Integration - warum eigentlich?

Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
#26
Hallo Jennouly,

deine Gedanken kann ich nur zu gut nachvollziehen, weil ich die selben habe.

Ich muss hier jeden Sommer die Familiengruft auf dem Friedhof saubermachen, da sind diverse Kästen mit den Überresten aufgestellt zusammen mit Fotos und Plastikblumen. Ich darf die ganzen Asseln zusammenkehren...
Für mich ist es der absolute Alptraum, dass hier mal ein Kasten mit meinen Knochen steht.
Ich will auf jeden Fall in D im Grab meiner Mutter begraben werden. Für andere schlecht nachvollziehbar, ich weiß. Mein älterer Sohn hat mal von sich aus zu mir gesagt, er verspreche mir, dass er dafür sorgen wird, dass ich nach meinem Tod nach D komme. Mein Mann teilt dieses Ansinnen natürlich gar nicht.

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#26
Hallo Jennouly,

deine Gedanken kann ich nur zu gut nachvollziehen, weil ich die selben habe.

Ich muss hier jeden Sommer die Familiengruft auf dem Friedhof saubermachen, da sind diverse Kästen mit den Überresten aufgestellt zusammen mit Fotos und Plastikblumen. Ich darf die ganzen Asseln zusammenkehren...
Für mich ist es der absolute Alptraum, dass hier mal ein Kasten mit meinen Knochen steht.
Ich will auf jeden Fall in D im Grab meiner Mutter begraben werden. Für andere schlecht nachvollziehbar, ich weiß. Mein älterer Sohn hat mal von sich aus zu mir gesagt, er verspreche mir, dass er dafür sorgen wird, dass ich nach meinem Tod nach D komme. Mein Mann teilt dieses Ansinnen natürlich gar nicht.

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#27
(31.03.2011, 18:49:48)jennouly schrieb: Nur wenn ich mal nicht mehr sin sollte, so stell ichs mir zumindest heute vor moechte ih gern wieder in mein Heimatland zurueckgebracht werden, da denk ich chon oefter mal dran, dass ich nicht hier als die "xeni" begragen sein moechte!
Auch nen irrer Gedanke... ich weiss!

Ich denke, ein Grund für das Zurückgehen, egal in welches Heimatland ist das scheitern einer Beziehung.

Oder Arbeitsmäßig.

Sofern das eine oder andere der Grund des Auswanderns war.

Wenn das scheitert, ist ja meist auch das Soziale Umfeld weg, den man ist immer etwas fremd.

Und bei Tot ist das irgenwie immer so, das alle in ihr Heimatland zurück wollen.

So geht es zumindest fast allen Griechen in Deutschland, die ich kenne.

Wobei, wenn ich mir vorstelle, in Athen begraben zu sein, meine Kinder sind in Deutschland, mein Freund / Mann auch, was will ich dann in Athen?

Besuche werden dann wohl recht selten sein :fragesmiley:

Feine Grüße

Paschalitza


(31.03.2011, 19:20:04)Petzy schrieb: Hallo Jennouly,

deine Gedanken kann ich nur zu gut nachvollziehen, weil ich die selben habe.

Ich muss hier jeden Sommer die Familiengruft auf dem Friedhof saubermachen, da sind diverse Kästen mit den Überresten aufgestellt zusammen mit Fotos und Plastikblumen. Ich darf die ganzen Asseln zusammenkehren...
Für mich ist es der absolute Alptraum, dass hier mal ein Kasten mit meinen Knochen steht.

Gruß aus Paros
Petra

Sei froh der Gruft und der Kästen :biggrin:, in Athen kommst du in eine Wand.

Das ist grauselig :Stop:

Feine Grüße

Paschalitza

Zitieren
#27
(31.03.2011, 18:49:48)jennouly schrieb: Nur wenn ich mal nicht mehr sin sollte, so stell ichs mir zumindest heute vor moechte ih gern wieder in mein Heimatland zurueckgebracht werden, da denk ich chon oefter mal dran, dass ich nicht hier als die "xeni" begragen sein moechte!
Auch nen irrer Gedanke... ich weiss!

Ich denke, ein Grund für das Zurückgehen, egal in welches Heimatland ist das scheitern einer Beziehung.

Oder Arbeitsmäßig.

Sofern das eine oder andere der Grund des Auswanderns war.

Wenn das scheitert, ist ja meist auch das Soziale Umfeld weg, den man ist immer etwas fremd.

Und bei Tot ist das irgenwie immer so, das alle in ihr Heimatland zurück wollen.

So geht es zumindest fast allen Griechen in Deutschland, die ich kenne.

Wobei, wenn ich mir vorstelle, in Athen begraben zu sein, meine Kinder sind in Deutschland, mein Freund / Mann auch, was will ich dann in Athen?

Besuche werden dann wohl recht selten sein :fragesmiley:

Feine Grüße

Paschalitza


(31.03.2011, 19:20:04)Petzy schrieb: Hallo Jennouly,

deine Gedanken kann ich nur zu gut nachvollziehen, weil ich die selben habe.

Ich muss hier jeden Sommer die Familiengruft auf dem Friedhof saubermachen, da sind diverse Kästen mit den Überresten aufgestellt zusammen mit Fotos und Plastikblumen. Ich darf die ganzen Asseln zusammenkehren...
Für mich ist es der absolute Alptraum, dass hier mal ein Kasten mit meinen Knochen steht.

Gruß aus Paros
Petra

Sei froh der Gruft und der Kästen :biggrin:, in Athen kommst du in eine Wand.

Das ist grauselig :Stop:

Feine Grüße

Paschalitza

Zitieren
#28
Mein Partner teilt das auch nicht, habs schon mal erwaehnt, aber verstehen konnt er es wohl nicht so... ich hoff einfach mal, das man mir dann doch noch diesen Wunsch erfuellen wird! Ich will naemlich auch nicht nach nen paar Jahren wieder ausgegraben werden, Knochen waschen und son nen Kram... baeehhhhhh
Zitieren
#28
Mein Partner teilt das auch nicht, habs schon mal erwaehnt, aber verstehen konnt er es wohl nicht so... ich hoff einfach mal, das man mir dann doch noch diesen Wunsch erfuellen wird! Ich will naemlich auch nicht nach nen paar Jahren wieder ausgegraben werden, Knochen waschen und son nen Kram... baeehhhhhh
Zitieren
#29
(31.03.2011, 18:49:48)jennouly schrieb: Nur wenn ich mal nicht mehr sin sollte, so stell ichs mir zumindest heute vor moechte ih gern wieder in mein Heimatland zurueckgebracht werden, da denk ich chon oefter mal dran, dass ich nicht hier als die "xeni" begragen sein moechte!

Hi jennouly,
ehrlich gesagt wenn ich mir das so richtig überlege, Du bist jetzt so um die 30 Jahre. Bei einer Lebenserwartung von ca. 70 Jahren hast Du noch gute 40 Jahre + vor Dir.
Ich denke das Du dann auch in Deutschland als eine "Xeni" begraben wirst. Ich sehe das vielleicht ein wenig nüchtern, aber mir ist es total egal wo ich begraben werde. Macht es einen Unterschied in welcher Erde man liegt?


Zitieren
#29
(31.03.2011, 18:49:48)jennouly schrieb: Nur wenn ich mal nicht mehr sin sollte, so stell ichs mir zumindest heute vor moechte ih gern wieder in mein Heimatland zurueckgebracht werden, da denk ich chon oefter mal dran, dass ich nicht hier als die "xeni" begragen sein moechte!

Hi jennouly,
ehrlich gesagt wenn ich mir das so richtig überlege, Du bist jetzt so um die 30 Jahre. Bei einer Lebenserwartung von ca. 70 Jahren hast Du noch gute 40 Jahre + vor Dir.
Ich denke das Du dann auch in Deutschland als eine "Xeni" begraben wirst. Ich sehe das vielleicht ein wenig nüchtern, aber mir ist es total egal wo ich begraben werde. Macht es einen Unterschied in welcher Erde man liegt?


Zitieren
#30
Von Integration zu Beerdigung - ein interessanter Wechsel des Themas!

Nein, mach mal langsam. Wieviele Menschen haben sich schon Gedanken um ihre Grabstätte gemacht? - gemeinsam beim geliebten Ehepartner, u.s.w. und einige Jahre später gab es dafür überhaupt keine Grundlage mehr...

Schlagen wir auf die erlebten 30 eher 50 Jahre - in dieser Zeit kann man überall gewesen sein und ein neues "Plätzchen" finden. Wichtig ist, dass immer der aktuell gültige Wunsch irgendwie festgehalten wird - am besten per Testament. Von meiner Insel wurde eine Deutsche in der Kiste abgeholt, die 100% auch dort begraben werden wollte - allerdings gab es für die deutsche Verwandschaft dafür keinen niedergeschriebenen Beweis...

Alleine schon aus Kostengründen sollte man irgendwo dort liegen, wo man zuletzt war...

Ich habe mich in dieser Richtung schon geäußert.
Zitieren
#30
Von Integration zu Beerdigung - ein interessanter Wechsel des Themas!

Nein, mach mal langsam. Wieviele Menschen haben sich schon Gedanken um ihre Grabstätte gemacht? - gemeinsam beim geliebten Ehepartner, u.s.w. und einige Jahre später gab es dafür überhaupt keine Grundlage mehr...

Schlagen wir auf die erlebten 30 eher 50 Jahre - in dieser Zeit kann man überall gewesen sein und ein neues "Plätzchen" finden. Wichtig ist, dass immer der aktuell gültige Wunsch irgendwie festgehalten wird - am besten per Testament. Von meiner Insel wurde eine Deutsche in der Kiste abgeholt, die 100% auch dort begraben werden wollte - allerdings gab es für die deutsche Verwandschaft dafür keinen niedergeschriebenen Beweis...

Alleine schon aus Kostengründen sollte man irgendwo dort liegen, wo man zuletzt war...

Ich habe mich in dieser Richtung schon geäußert.
Zitieren
#31
(01.04.2011, 12:15:05)alpmann schrieb: @jennouly:
Wenn Dein Sohn schnell genug ist und Du nicht innerhalb der ersten 24 Stunden in Gr beerdigt wirst..., kannst Du es noch bis ins dt. Grab schaffen. Habt Ihr eine Familiengruft oder so in D ? In D gibt es doch auch nur Liegerechte für 20-30 Jahre und ohne Verlängerung der Ruhe-/Nutzungszeiten landen die sterblichen Überreste irgendwo im Nirgendwo, wo genau, konnte ich gerade gar nicht im Netz finden....
Da finde ich die ewigen italienischen bzw. gr. Langzeitkästen in der Wand respektvoller.
Ich denke, dass es ein Problem sein kann, dass in Gr der Umgang mit den Toten näher unter direkter Beteiligung des Angehörigen ist. In D wird alles von den Bestattungsfirmen und den Friedhofsverwaltungen erledigt, meist sieht man nur den geschlossenen Sarg. In Gr sollte/muss der Angehörige noch selbst "körperlich" mit dem Leichnam in Kontakt treten. Anfassen, Hand küssen, Offener Sarg, Knochen waschen etc..
Eine andere Art des Abschieds, ein andere Art der Respektsbekundung. Brutal, naturnah und nicht steril.

Als dt. Schwiegertochter würde ich mich im Übrigen weigern, die Gräber der angeheirateten gr. Verwandtschaft intensiver reinigen zu müssen... , auch wenn es noch heute traditionell die Aufgabe der gr. Schwiegertöchter ist, die Häuser etc. für die Beerdigungen vorzubereiten.

Hallo Alpmann,

also, ich habe meine Mutter in D noch am offenen Sarg verabschiedet, wie viele andere auch.
Ob man ein Grab in D auf Dauer hat oder nicht hängt davon ab, ob man bereit ist, zu zahlen.
Und übrigens ist mir diese Schwiegertochterpflicht, die Familiengruft zu putzen, völlig neu. Es ist nur so, dass wir die einzigen der Familie sind, die noch auf Paros leben. Meine Schwiegermutter ist nur im Sommer da, 85jährig und nich tmehr so gut auf den Beinen. Mich da zu weigern, ihr zu helfen, finde ich ziemlich ... ätzend.
Und was solls, sowas bricht mir eh keinen Zacken aus der Krone. Gibt ganz andere Dinge, die mich aufregen.

Gruß aus Paros
Petra

Zitieren
#31
(01.04.2011, 12:15:05)alpmann schrieb: @jennouly:
Wenn Dein Sohn schnell genug ist und Du nicht innerhalb der ersten 24 Stunden in Gr beerdigt wirst..., kannst Du es noch bis ins dt. Grab schaffen. Habt Ihr eine Familiengruft oder so in D ? In D gibt es doch auch nur Liegerechte für 20-30 Jahre und ohne Verlängerung der Ruhe-/Nutzungszeiten landen die sterblichen Überreste irgendwo im Nirgendwo, wo genau, konnte ich gerade gar nicht im Netz finden....
Da finde ich die ewigen italienischen bzw. gr. Langzeitkästen in der Wand respektvoller.
Ich denke, dass es ein Problem sein kann, dass in Gr der Umgang mit den Toten näher unter direkter Beteiligung des Angehörigen ist. In D wird alles von den Bestattungsfirmen und den Friedhofsverwaltungen erledigt, meist sieht man nur den geschlossenen Sarg. In Gr sollte/muss der Angehörige noch selbst "körperlich" mit dem Leichnam in Kontakt treten. Anfassen, Hand küssen, Offener Sarg, Knochen waschen etc..
Eine andere Art des Abschieds, ein andere Art der Respektsbekundung. Brutal, naturnah und nicht steril.

Als dt. Schwiegertochter würde ich mich im Übrigen weigern, die Gräber der angeheirateten gr. Verwandtschaft intensiver reinigen zu müssen... , auch wenn es noch heute traditionell die Aufgabe der gr. Schwiegertöchter ist, die Häuser etc. für die Beerdigungen vorzubereiten.

Hallo Alpmann,

also, ich habe meine Mutter in D noch am offenen Sarg verabschiedet, wie viele andere auch.
Ob man ein Grab in D auf Dauer hat oder nicht hängt davon ab, ob man bereit ist, zu zahlen.
Und übrigens ist mir diese Schwiegertochterpflicht, die Familiengruft zu putzen, völlig neu. Es ist nur so, dass wir die einzigen der Familie sind, die noch auf Paros leben. Meine Schwiegermutter ist nur im Sommer da, 85jährig und nich tmehr so gut auf den Beinen. Mich da zu weigern, ihr zu helfen, finde ich ziemlich ... ätzend.
Und was solls, sowas bricht mir eh keinen Zacken aus der Krone. Gibt ganz andere Dinge, die mich aufregen.

Gruß aus Paros
Petra

Zitieren
#32
Eine interessante Diskussion, die ich nun schon einige Tage mitlese.
Ich bin echt erfreut wie sich das Forum wieder mit Leben füllt und wie viele interessante Themen es doch gibt.
Und vom Leben zum Tod. Schön, dass andere sich auch mal mit dem Thema befassen, es wird immer vor sich hin geschoben und wenn es dann mal plötzlich kommt, stehen die Angehörigen meist ratlos da. Dass Ihr euch auch damit befasst, erleichtert mich von der Befürchtung solche Gedanken als krankhaft anzusehen.
OK, ich bin auch noch jung und laut Statistik hab ich noch lange zu leben, aber was sagt das schon, es kann jeden von uns auch mal früher treffen und was dann? Meine Eltern in Deutschland sprachen es auch schon mal an, aber ich bin bisher immer ausgewichen und freue mich auch eure Meinungen zu hören.
Schön, wir können über unsere Grabstelle zu Lebzeiten noch selbst bestimmen, aber wenn man hier verheiratet ist und evtl. noch Kinder hat, ist es da nicht egoistisch sich einfach so von ihnen zu entfernen zur alten Heimat und ihnen einen Bezugspunkt in weiter Ferne zu liefern?
Ist es aber nicht auch egoistisch, sich wieder Menschen (Eltern/Geschwister) zur Grabpflege aufzuzwingen, die man Jahre davor freiwillig verlassen hat?

Ok, was mich immer in Athen gestört hat, sind diese unpersönlichen Massenabfertigungen auf den Friedhöfen, aber ich komme aus einem deutschen Dorf wo jeder jeden kennt und sicher wird es im gr. Dorf auch ruhiger zugehen, bzw. in deutschen Städten auch unpersönlicher.

Mir ist es eigentlich egal wo ich mal liegen werde, weg ist weg—aber sich gar keine Gedanken machen und alles den anderen überlassen?



Und dann auch noch mal zur Integration.

Ich finde, eine Integration kann keinem aufgezwungen werden, auch wenn es der Sarazzin etwas anders sieht, aber er bezieht sich wohl mehr auf Schmarotzer die nur aufgrund Harz4 in Deutschland leben. So etwas ist hier wohl ausgeschlossen, schnell würde man verhungern.

Integration hängt auch sehr vom persönlichen Charakter ab. Wer sich in der Heimat schwer tat anerkannt zu werden und Freunde zu finden, wird es auch nicht im Ausland schaffen, auch wenn man die Sprache lernt und sich noch so sehr um Ansehen bemüht.
Oder andersrum, ich kenne Leute die keine 10 Wörter Griechisch sprechen, aber lächeln und sich schnell Leuten öffnen. Die kommen super zurecht.
Ich glaube, generell sehen die Griechen das relativ unproblematisch und erwarten gar nicht so viel wie wir oft denken.
Ich wurde bisher gut akzeptiert und geachtet, weil ich „der Deutsche“ bin und das wird z.B. auch bei der Arbeit von mir erwartet. Anders als Deutsche sind Griechen längst nicht alle von sich selbst überzeugt und dies kommt in der Krise noch mehr zum Vorschein. Auf Biegen und Brechen Grieche werden zu wollen, stößt da auf Unverständnis, der Schuss kann sogar nach hinten losgehen.

Ich finde, ein guter Mittelweg ist etwas von der Sprache zu lernen, sich mit dem Land zu beschäftigen aber gerne in einem guten Ton auch mal die Vorteile anderer Länder zu erwähnen und die Griechen zu ermuntern, sich daran ein gutes Beispiel zu nehmen. Aber niemals in einem Unterton von Bevormundung, denn dazu ist der Nationalstolz dann doch wieder zu groß.

LG
Siggi

Zitieren
#32
Eine interessante Diskussion, die ich nun schon einige Tage mitlese.
Ich bin echt erfreut wie sich das Forum wieder mit Leben füllt und wie viele interessante Themen es doch gibt.
Und vom Leben zum Tod. Schön, dass andere sich auch mal mit dem Thema befassen, es wird immer vor sich hin geschoben und wenn es dann mal plötzlich kommt, stehen die Angehörigen meist ratlos da. Dass Ihr euch auch damit befasst, erleichtert mich von der Befürchtung solche Gedanken als krankhaft anzusehen.
OK, ich bin auch noch jung und laut Statistik hab ich noch lange zu leben, aber was sagt das schon, es kann jeden von uns auch mal früher treffen und was dann? Meine Eltern in Deutschland sprachen es auch schon mal an, aber ich bin bisher immer ausgewichen und freue mich auch eure Meinungen zu hören.
Schön, wir können über unsere Grabstelle zu Lebzeiten noch selbst bestimmen, aber wenn man hier verheiratet ist und evtl. noch Kinder hat, ist es da nicht egoistisch sich einfach so von ihnen zu entfernen zur alten Heimat und ihnen einen Bezugspunkt in weiter Ferne zu liefern?
Ist es aber nicht auch egoistisch, sich wieder Menschen (Eltern/Geschwister) zur Grabpflege aufzuzwingen, die man Jahre davor freiwillig verlassen hat?

Ok, was mich immer in Athen gestört hat, sind diese unpersönlichen Massenabfertigungen auf den Friedhöfen, aber ich komme aus einem deutschen Dorf wo jeder jeden kennt und sicher wird es im gr. Dorf auch ruhiger zugehen, bzw. in deutschen Städten auch unpersönlicher.

Mir ist es eigentlich egal wo ich mal liegen werde, weg ist weg—aber sich gar keine Gedanken machen und alles den anderen überlassen?



Und dann auch noch mal zur Integration.

Ich finde, eine Integration kann keinem aufgezwungen werden, auch wenn es der Sarazzin etwas anders sieht, aber er bezieht sich wohl mehr auf Schmarotzer die nur aufgrund Harz4 in Deutschland leben. So etwas ist hier wohl ausgeschlossen, schnell würde man verhungern.

Integration hängt auch sehr vom persönlichen Charakter ab. Wer sich in der Heimat schwer tat anerkannt zu werden und Freunde zu finden, wird es auch nicht im Ausland schaffen, auch wenn man die Sprache lernt und sich noch so sehr um Ansehen bemüht.
Oder andersrum, ich kenne Leute die keine 10 Wörter Griechisch sprechen, aber lächeln und sich schnell Leuten öffnen. Die kommen super zurecht.
Ich glaube, generell sehen die Griechen das relativ unproblematisch und erwarten gar nicht so viel wie wir oft denken.
Ich wurde bisher gut akzeptiert und geachtet, weil ich „der Deutsche“ bin und das wird z.B. auch bei der Arbeit von mir erwartet. Anders als Deutsche sind Griechen längst nicht alle von sich selbst überzeugt und dies kommt in der Krise noch mehr zum Vorschein. Auf Biegen und Brechen Grieche werden zu wollen, stößt da auf Unverständnis, der Schuss kann sogar nach hinten losgehen.

Ich finde, ein guter Mittelweg ist etwas von der Sprache zu lernen, sich mit dem Land zu beschäftigen aber gerne in einem guten Ton auch mal die Vorteile anderer Länder zu erwähnen und die Griechen zu ermuntern, sich daran ein gutes Beispiel zu nehmen. Aber niemals in einem Unterton von Bevormundung, denn dazu ist der Nationalstolz dann doch wieder zu groß.

LG
Siggi

Zitieren
#33
Ich freu mich auch, dass hier wieder was los ist...

und hoffentlich hab ich nicht nur noch diese 40 Jahre Lebenserwartung wie da weiter oben jemand meinte!

Tut mir leid, das ich euch so vom Thema abgebracht habe...

LG Jenny
Zitieren
#33
Ich freu mich auch, dass hier wieder was los ist...

und hoffentlich hab ich nicht nur noch diese 40 Jahre Lebenserwartung wie da weiter oben jemand meinte!

Tut mir leid, das ich euch so vom Thema abgebracht habe...

LG Jenny
Zitieren
#34
Hallo Jenny,

für mich ist das Thema immer ziemlich present gewesen. Meine Mutter war in meinem Alter schon tot, dann ist es normal, dass man früh über sowas nachdenkt.

Hallo Siggi,
deine praktischen Gedanken zum Thema Beerdigung stimmen natürlich! Und mir ist auch bewusst, dass es eher was Symbolisches ist, wo man begraben sein möchte. Interessant ist aber, dass auch bei meiner Schwiegerfamilie alle sagen, wo sie mal hin wollen. Das muss gar nicht immer an ihrem Wohnort sein.

Was mich vollends überzeugt hat, dass ich unbedingt zurück na D will, wenn ich mal hinüber bin, war meine Schwiegermutter, die mir zu den eingeheirateten Mitgliedern in der Familiengruft sagt, "tous filoxenisoume edo". Natürlich meinte sie, dass sie eigentlich gar nicht richtig dazugehören und dankbar sein müssten bzw. sich glücklich schätzen könnten. Also, auch über den Tod hinaus Gast sein ist mir doch irgendwie zu viel.
Aber das ist auch alles wieder nur abstrakt, ich weiß.

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#34
Hallo Jenny,

für mich ist das Thema immer ziemlich present gewesen. Meine Mutter war in meinem Alter schon tot, dann ist es normal, dass man früh über sowas nachdenkt.

Hallo Siggi,
deine praktischen Gedanken zum Thema Beerdigung stimmen natürlich! Und mir ist auch bewusst, dass es eher was Symbolisches ist, wo man begraben sein möchte. Interessant ist aber, dass auch bei meiner Schwiegerfamilie alle sagen, wo sie mal hin wollen. Das muss gar nicht immer an ihrem Wohnort sein.

Was mich vollends überzeugt hat, dass ich unbedingt zurück na D will, wenn ich mal hinüber bin, war meine Schwiegermutter, die mir zu den eingeheirateten Mitgliedern in der Familiengruft sagt, "tous filoxenisoume edo". Natürlich meinte sie, dass sie eigentlich gar nicht richtig dazugehören und dankbar sein müssten bzw. sich glücklich schätzen könnten. Also, auch über den Tod hinaus Gast sein ist mir doch irgendwie zu viel.
Aber das ist auch alles wieder nur abstrakt, ich weiß.

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#35
hallo ihr lieben,

ich möchte verbrannt werden.....vielleicht weiß jemand aus unserem forum ,wo hier in athen ein krematorium ist?
hab gehört, das es ein krematorum gibt.

lg
bigi
Zitieren
#35
hallo ihr lieben,

ich möchte verbrannt werden.....vielleicht weiß jemand aus unserem forum ,wo hier in athen ein krematorium ist?
hab gehört, das es ein krematorum gibt.

lg
bigi
Zitieren
#36
Verbrennen war bis vor ein paar Jahren verboten. Inzwischen ist es erlaubt, aber es gibt - soviel ich weiß - kein Krematorium.
Oder gibt es dazu was neues?
Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#36
Verbrennen war bis vor ein paar Jahren verboten. Inzwischen ist es erlaubt, aber es gibt - soviel ich weiß - kein Krematorium.
Oder gibt es dazu was neues?
Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#37
dann, liebe petra, wenn es erlaubt ist,haben die griechen sicher ein krematorium.
vielen dank
lb gruß aus artemis/loutza
bigi
Zitieren
#37
dann, liebe petra, wenn es erlaubt ist,haben die griechen sicher ein krematorium.
vielen dank
lb gruß aus artemis/loutza
bigi
Zitieren
#38
(01.04.2011, 18:20:45)Petzy schrieb: "tous filoxenisoume edo"

Oh man, das hoert sich echt bissl komisch an... Ne ne, ich will nicht immer nur der "besucher" sein!
Zitieren
#38
(01.04.2011, 18:20:45)Petzy schrieb: "tous filoxenisoume edo"

Oh man, das hoert sich echt bissl komisch an... Ne ne, ich will nicht immer nur der "besucher" sein!
Zitieren
#39
(01.04.2011, 18:58:27)lazarus schrieb: dann, liebe petra, wenn es erlaubt ist,haben die griechen sicher ein krematorium.
vielen dank
lb gruß aus artemis/loutza
bigi

Diese Meldung stammt aus der Griechenland-Zeitung vom Mai 2010:

Erstes Krematorium Griechenlands soll in Athen entstehen

erschienen am 11.05.2010 um 13:52 Uhr

In Kürze soll in Athen das erste Krematorium Griechenlands entstehen. Vorgesehen ist dieser Schritt in einem gemeinsamen Ministerialerlass des Umweltministeriums und des Innen- und Gesundheitsministeriums. Bereits vor drei Jahren hatte sich der Bürgermeister der Stadt Athen, Nikitas Kaklamanis, bereit erklärt, ein Krematorium in der griechischen Hauptstadt zu errichten. In Kürze soll das Projekt ausgeschrieben sowie ein genauer Standort für das Krematorium festgelegt werden. (GZeh)

Das ist der neueste Stand.
Mit Sicherheit gibt es heute noch keines. Und ob das bei der Finanzlage so schnell gebaut wird...???

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#39
(01.04.2011, 18:58:27)lazarus schrieb: dann, liebe petra, wenn es erlaubt ist,haben die griechen sicher ein krematorium.
vielen dank
lb gruß aus artemis/loutza
bigi

Diese Meldung stammt aus der Griechenland-Zeitung vom Mai 2010:

Erstes Krematorium Griechenlands soll in Athen entstehen

erschienen am 11.05.2010 um 13:52 Uhr

In Kürze soll in Athen das erste Krematorium Griechenlands entstehen. Vorgesehen ist dieser Schritt in einem gemeinsamen Ministerialerlass des Umweltministeriums und des Innen- und Gesundheitsministeriums. Bereits vor drei Jahren hatte sich der Bürgermeister der Stadt Athen, Nikitas Kaklamanis, bereit erklärt, ein Krematorium in der griechischen Hauptstadt zu errichten. In Kürze soll das Projekt ausgeschrieben sowie ein genauer Standort für das Krematorium festgelegt werden. (GZeh)

Das ist der neueste Stand.
Mit Sicherheit gibt es heute noch keines. Und ob das bei der Finanzlage so schnell gebaut wird...???

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#40
Zitat:Erstes Krematorium Griechenlands soll in Athen entstehen

Das glaube ich auch erst wenn es steht, vor allem bei der Finanzlage. Derzeit fährt man - wenn man unbedingt will - noch ein letztes Mal mit dem Verwandten in Urlaub (Richtung Norden) und kommt dann nur noch mit der Urne zurück :fragesmiley:
Luxuriöse Ferienhäuser in Griechenland auf GreekLuxuryVillas.com
Zitieren
#40
Zitat:Erstes Krematorium Griechenlands soll in Athen entstehen

Das glaube ich auch erst wenn es steht, vor allem bei der Finanzlage. Derzeit fährt man - wenn man unbedingt will - noch ein letztes Mal mit dem Verwandten in Urlaub (Richtung Norden) und kommt dann nur noch mit der Urne zurück :fragesmiley:
Luxuriöse Ferienhäuser in Griechenland auf GreekLuxuryVillas.com
Zitieren
#41
na gut,herzlichen dank......

hab ja auch noch zeit :juhu: :biggrins:


lg
bigi :Super:
Zitieren
#41
na gut,herzlichen dank......

hab ja auch noch zeit :juhu: :biggrins:


lg
bigi :Super:
Zitieren
#42
(01.04.2011, 19:08:53)jennouly schrieb:
(01.04.2011, 18:20:45)Petzy schrieb: "tous filoxenisoume edo"

Oh man, das hoert sich echt bissl komisch an... Ne ne, ich will nicht immer nur der "besucher" sein!

Ob Du willst oder nicht , Du bleibst immer der Besucher, leider!
Zitieren
#42
(01.04.2011, 19:08:53)jennouly schrieb:
(01.04.2011, 18:20:45)Petzy schrieb: "tous filoxenisoume edo"

Oh man, das hoert sich echt bissl komisch an... Ne ne, ich will nicht immer nur der "besucher" sein!

Ob Du willst oder nicht , Du bleibst immer der Besucher, leider!
Zitieren
#43
sehr interressant dieser thread, so hat jeder eigene gründe sich zu integrieren oder nicht. wenn ich nicht geld verdienen muss, wer sollte mich dazu bringen eine fremde sprache zu sprechen ? aus spaß und um "mitreden" zu koennen, das lass ich mir gefallen.
merkwürdigerweise kann ich mit bestimmten menschen mit zeichensprache und ein paar woertern alles verstehen und gemeinsam lachen und weinen.
bei anderen, bei denen ich zumindest in englisch alles verstehe, kann ich weder über gesagtes lachen noch weinen.
und wieder anderen die auch meine sprache sprechen, kann ich nur weinen, ueber das gesagte.
Alepouditsa : HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ ??????? was habt ihr gemacht , mit der armen frau?
bei aezten sehe ich das grundsätzlich so: aerzte sind multikultiinternational und zwar im ganzen all !! für docs gibt es eine einzige sprache :
mammon ! an dem tage, an dem ein griech.tunes. irakischer oder timbuktu arzt zu mir sagt : du zahlst genausoviel , wie der griech. tunesische oder timbuktische patient, lerne ich dessen landessprache, versprochen.
vielleicht lerne ich noch einen satz auswendig : parakalo, begrabt mich uf eurem schoenen friedhof, es darf auch was kosten. efraisto poli !

kato
Zitieren
#43
sehr interressant dieser thread, so hat jeder eigene gründe sich zu integrieren oder nicht. wenn ich nicht geld verdienen muss, wer sollte mich dazu bringen eine fremde sprache zu sprechen ? aus spaß und um "mitreden" zu koennen, das lass ich mir gefallen.
merkwürdigerweise kann ich mit bestimmten menschen mit zeichensprache und ein paar woertern alles verstehen und gemeinsam lachen und weinen.
bei anderen, bei denen ich zumindest in englisch alles verstehe, kann ich weder über gesagtes lachen noch weinen.
und wieder anderen die auch meine sprache sprechen, kann ich nur weinen, ueber das gesagte.
Alepouditsa : HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ ??????? was habt ihr gemacht , mit der armen frau?
bei aezten sehe ich das grundsätzlich so: aerzte sind multikultiinternational und zwar im ganzen all !! für docs gibt es eine einzige sprache :
mammon ! an dem tage, an dem ein griech.tunes. irakischer oder timbuktu arzt zu mir sagt : du zahlst genausoviel , wie der griech. tunesische oder timbuktische patient, lerne ich dessen landessprache, versprochen.
vielleicht lerne ich noch einen satz auswendig : parakalo, begrabt mich uf eurem schoenen friedhof, es darf auch was kosten. efraisto poli !

kato
Zitieren
#44
(01.04.2011, 18:40:26)lazarus schrieb: hallo ihr lieben,

ich möchte verbrannt werden.....vielleicht weiß jemand aus unserem forum ,wo hier in athen ein krematorium ist?
hab gehört, das es ein krematorum gibt.

lg
bigi

Hallo Bigi,

vielleicht besteht ja doch Hoffnung:
http://www.griechenland-blog.gr/2011/the...land/5910/

Les mal! Nur - das Geld dafür gibt es noch nicht. Also wird es noch eine Weile dauern.

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#44
(01.04.2011, 18:40:26)lazarus schrieb: hallo ihr lieben,

ich möchte verbrannt werden.....vielleicht weiß jemand aus unserem forum ,wo hier in athen ein krematorium ist?
hab gehört, das es ein krematorum gibt.

lg
bigi

Hallo Bigi,

vielleicht besteht ja doch Hoffnung:
http://www.griechenland-blog.gr/2011/the...land/5910/

Les mal! Nur - das Geld dafür gibt es noch nicht. Also wird es noch eine Weile dauern.

Gruß aus Paros
Petra
Zitieren
#45
Hallo Petra,

vielen Dank,habs heute gelesen,mit dem Krematorium. Finde ich sehr nett von Dir,das Du noch daran gedacht hast.

Liebe Grüße
Bigi

Zitieren
#45
Hallo Petra,

vielen Dank,habs heute gelesen,mit dem Krematorium. Finde ich sehr nett von Dir,das Du noch daran gedacht hast.

Liebe Grüße
Bigi

Zitieren
#46
es ist immer lustig, in griechischer begleitung irgendwo in GR deutschsprecher anzufinden, die mir nicht ansehen/zutrauen, daß ich dieselbe muttersprache habe, und dann wähnen, unbefangen drauflosquatschen zu können.

das gefühl, dabei nicht allein fremden gegenüberzustehen, sondern von meiner begleitung als einer der ihren gesehen zu werden, gibt es in D-land nicht.
wenn ich in D-land mit griechischer begleitung unterwegs bin, werde ich von ihnen unweigerlich als deutscher unter deutschen eingestuft.
ein weiterer grund, den arbeitsfreien rest des lebens in GR zu verbringen.

und danach? den boden zu teilen mit jenen, die soviel unheil über alles gebracht haben, was mir nahesteht? weil ich von ihrem blut bin? warum sollte mir daran irgendetwas gelegen sein?
Zitieren
#46
es ist immer lustig, in griechischer begleitung irgendwo in GR deutschsprecher anzufinden, die mir nicht ansehen/zutrauen, daß ich dieselbe muttersprache habe, und dann wähnen, unbefangen drauflosquatschen zu können.

das gefühl, dabei nicht allein fremden gegenüberzustehen, sondern von meiner begleitung als einer der ihren gesehen zu werden, gibt es in D-land nicht.
wenn ich in D-land mit griechischer begleitung unterwegs bin, werde ich von ihnen unweigerlich als deutscher unter deutschen eingestuft.
ein weiterer grund, den arbeitsfreien rest des lebens in GR zu verbringen.

und danach? den boden zu teilen mit jenen, die soviel unheil über alles gebracht haben, was mir nahesteht? weil ich von ihrem blut bin? warum sollte mir daran irgendetwas gelegen sein?
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 3 Gast/Gäste