Holz vor der Hütte?

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#11
Ja, es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Holz grundsätzlich im Süden, bzw. rund ums Mittelmeer, schneller trocknet...

Spätestens an den vielen Feuchte-Stellen in den Häusern erkennt man, dass das Klima, gerade ab Herbst häufig viel feuchter ist, vor allem, wenn der Wind übers Meer kommt. 95% sind nachts keine Seltenheit. Manches Holz, dass den Sommer über, evtl. auch durch direkte Sonnen-Einstrahlung extrem trocken wurde, kann dann u.U. wieder viel Feuchtigkeit aufgenommen haben.

Den meisten Südländern ist das aber völlig egal. Auch wenn man nie eine andere Heizquelle kannte, hat sich dort keine "Holz-Heiz-Kultur" entwickelt, wie in den Alpen-Regionen oder auch Skandinavien. Dies erkennt man ja auch an der archaischen Art der "Heizgeräte"...

Wenn man, wie meist üblich, den Ofen oder Kamin mit frisch geschlagenem Holz voll stopft, wird es natürlich auch irgendwann warm. Cleverer (= sparsamer) wäre es aber eben, mit wenigem , aber trockenem Holz (um 10% Rest-Feuchte) zu heizen. Liegt die Feuchte doppelt so hoch, sind es schon ca. 20% weniger Heizwert. Richtig nasses Holz (um 50%) hat dann nur etwas über 2 kWh/kg, anstelle weit über 4 kWh/kg! Nadelholz liegt dabei etwas besser, als Laubholz.

Wie lange es dauert, bis man wirklich trockenes Holz hat, kommt auf Klima, Lagerung, Schichtung und Material an. Evtl. reicht ein trockener Sommer, besser sind aber 2 - 3 Jahre. "Zu trocken" kann es eigentlich nicht geben, nur zu feucht!

Auf meiner sardischen Insel" spielt es sich ganz genau so ab. Man verkauft in der Regel Holz mit 30% Feuchte, die meisten gehen morgens in die Macchia und heizen abends damit, selbst wenn es stark geregnet hat. In der Regel macht man sich auch nicht die Mühe, Holz zu spalten, sondern nimmt nur die Motorsäge...

Mir reicht, aufgrund guter Dämmung, optimalem Ofen mit Wassertasche und wirklich trocken gelagerten Holz, ca. 10% des Brennstoffes der Nachbarn. Während die schon im Oktober beginnen und oft auch noch im Mai, ist bei uns höchstens von Dezember bis Februar der Ofen abends ein bisschen an. Aber auch nur, weil wir dann im Sonnen-Schatten des Berges liegen. Sonst käme über Fenster und Solaranlage genug herein, dass wir ohne eine Zuheizung auskämen (Passivhaus-Standard).
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#11
Ja, es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Holz grundsätzlich im Süden, bzw. rund ums Mittelmeer, schneller trocknet...

Spätestens an den vielen Feuchte-Stellen in den Häusern erkennt man, dass das Klima, gerade ab Herbst häufig viel feuchter ist, vor allem, wenn der Wind übers Meer kommt. 95% sind nachts keine Seltenheit. Manches Holz, dass den Sommer über, evtl. auch durch direkte Sonnen-Einstrahlung extrem trocken wurde, kann dann u.U. wieder viel Feuchtigkeit aufgenommen haben.

Den meisten Südländern ist das aber völlig egal. Auch wenn man nie eine andere Heizquelle kannte, hat sich dort keine "Holz-Heiz-Kultur" entwickelt, wie in den Alpen-Regionen oder auch Skandinavien. Dies erkennt man ja auch an der archaischen Art der "Heizgeräte"...

Wenn man, wie meist üblich, den Ofen oder Kamin mit frisch geschlagenem Holz voll stopft, wird es natürlich auch irgendwann warm. Cleverer (= sparsamer) wäre es aber eben, mit wenigem , aber trockenem Holz (um 10% Rest-Feuchte) zu heizen. Liegt die Feuchte doppelt so hoch, sind es schon ca. 20% weniger Heizwert. Richtig nasses Holz (um 50%) hat dann nur etwas über 2 kWh/kg, anstelle weit über 4 kWh/kg! Nadelholz liegt dabei etwas besser, als Laubholz.

Wie lange es dauert, bis man wirklich trockenes Holz hat, kommt auf Klima, Lagerung, Schichtung und Material an. Evtl. reicht ein trockener Sommer, besser sind aber 2 - 3 Jahre. "Zu trocken" kann es eigentlich nicht geben, nur zu feucht!

Auf meiner sardischen Insel" spielt es sich ganz genau so ab. Man verkauft in der Regel Holz mit 30% Feuchte, die meisten gehen morgens in die Macchia und heizen abends damit, selbst wenn es stark geregnet hat. In der Regel macht man sich auch nicht die Mühe, Holz zu spalten, sondern nimmt nur die Motorsäge...

Mir reicht, aufgrund guter Dämmung, optimalem Ofen mit Wassertasche und wirklich trocken gelagerten Holz, ca. 10% des Brennstoffes der Nachbarn. Während die schon im Oktober beginnen und oft auch noch im Mai, ist bei uns höchstens von Dezember bis Februar der Ofen abends ein bisschen an. Aber auch nur, weil wir dann im Sonnen-Schatten des Berges liegen. Sonst käme über Fenster und Solaranlage genug herein, dass wir ohne eine Zuheizung auskämen (Passivhaus-Standard).
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Holz vor der Hütte? - von AnAn - 08.10.2014, 08:35:42

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