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Spucke? weg....
20.04.2007, 07:57:16, | Spucke? weg....
#1
Meine Kollegin will im Sommer heiraten und erzaehlte gerade bildreich, wie ihr zukuenftiger und sie seit 2 Wochen rumrennen, um die noetigen Papiere zusammenzusammeln und welche Gebuehren anfallen. Am Ende verlangte dann der Priester noch etwas Schmiergeld, um den Antrag ueberhaupt einzureichen - da bleibt mir echt die Spucke weg.

Eine andere zuhoerende Kollegin (mono edw ginountai avta) kommentierte schlicht: Du bist ja erst am Anfang, wart nur ab, was noch alles auf Dich zukommt!

Unfassbar.

Oha, gerade sagte eine andere, damit die Hochzeitzeremonie *ueberhaupt* stattfinden kann, muss man dann auch noch mal kraeftig zahlen, sonst sagt der Priester kurzfristig ab....

Wirklich unfassbar.

Dabei faellt mir ein, dass ich genau *das* kuerzlich beim Friseur mit angehoert hatte, eine aufgeregte Braut stuerzte herein und sagte, dass der Priester eine Woche vorher unpaesslich wurde und die Hochzeit absagen wolle, man ueberlegte laut, weiviel es wohl kosten moege, seinen Gesundheitszustand wiederherzustellen.

Soweit zum Thema "Korruption".

*kopfschuettel*
Carmen
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20.04.2007, 08:25:29, | Spucke? weg....
#2
Eigentlich sollte man die Presse einschalten. Das man Ärzte, Rathausangestellte und andere kleine Würstchen "finanziel" unterstützen darf o.k. Aber Priester das ist ja dicke.
Unser "Priesterle" hier in Deutschland ist wahrscheinlich eine Ausnahme - er klopfte meinem Mann bei der letzten Taufe auf die Schulter und sagte, lass mal.
Gab es nicht vor 1 od. 2 Jahren einen großen Kirchenskandal??? Man sollte wirklich mal was gegen die POPEN tun.

Zum Wohle der Menschen. HaHa. Arme Braut.

Grüßle Christine
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20.04.2007, 08:25:32, | Spucke? weg....
#3
... hallo Carmen, wir haben hier auf Korfu gluecklicherweise nur "Standesamtlich" beim Buergermeister geheiratet. Der ganze Papierkram davor dauerte 3 Monate, die Heirat 20min. War lustig, der Buergermeister meinte wohl ,uns mit seinem Englishen Vortrag einen Dienst zu erweisen. Ich denke er selber verstand noch weniger als wir, --- was er da brabbelte Wink
gruss Chris
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20.04.2007, 09:12:04, | Spucke? weg....
#4
Wie heißt es so schön: Δεν είναι ο τόπος, είναι ο τρόπος.
Ich bin 13Jahre hier, hab noch nie einen „Fakelaki“ gegeben und hab nicht das Gefühl, es wurde je von mir erwartet. Aber ich gehe diesen korrupten Schweinen gezielt aus dem Weg.
Und da ist das Problem der Griechen, bezüglich Menschenkenntnis sind fast alle nichts weiter als panikmachende, inkompetente Nieten, alle Probleme hausgemacht.

Beispiel 1: Meine Frau, selbst Arzt, hatte mal eine Bekannte zwecks Operation zu einem nicht korrupten Arzt ins Krankenhaus geschickt. Die anderen Familienangehörigen wollten es einfach nicht wahrhaben und rannten dem armen Doktor 3 Stunden vor der Operation geheimnisvoll die Türen mit ihren Umschlägen ein, obwohl meine Frau davon abgeraten hatte. Der arme Doktor war ganz schön beleidigt.

Beipiel 2: Unsere Hochzeit. Der Prister wollte nichts, er sagte, es sei eine persönliche Freude uns zu verheiraten. Wir sollten nur dem Küster und den Psaltern etwas als kleine Anerkennung für die geopferte Freizeit geben.
Und was passiert, 10min vor der Hochzeit rennt eine unsere Kumbaras mit einem dicken Fakelaki zum Priester, ihm 10x die Hand küssend. Dem armen Priester war dies mehr als peinlich.

Was solls, der Grieche will es so, und dann wird gejammert.

Und zum Thema, denke rechtlich muss der Priester, bzw. die Kirche im Krankheitsfall für Ersatz sorgen.

Gruss und schönes Wochenende
Siggi
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20.04.2007, 09:32:55, | Spucke? weg....
#5
Meine Guete, wenn ich das alles so hoere, kommt es mir so vor, als ob wir 2003 in einem anderen Land geheiratet haben...............wahrscheinlich hatten wir nur unglaubliches Glueck, oder was?

Ich kann mich an keine "grosse Herumrennerei" lange im Voraus erinnern. Wir haben uns die Kirche (Paleo Faliro) im Vorfeld ausgesucht, und dort 'nen tollen Pfaffen gefunden (sieht aus wir Bud Spencer in jung!) Der sagte uns genau, was wir fuer Papiere benoetigen. Kann mich nicht mehr genau erinnern, aber war alles ganz einfach (Geburtsurkunden, Bestaetigungen, dass wir nicht schon verheiratet sind, Fotokopien der Ausweise). Nachgreicht haben wir dann noch 'ne Kopie der Heiratsanzeige, die man in eine lokale Zeitung setzen muss. Nach den Flitterwochen, sind wir dann zum Standesamt in PF und haben den Wisch, den uns die Kirche gegeben hat eingereicht und ein paar Sachen unterschrieben.
Zahlen mussten unsere "koubaroi" auch nicht wirklich viel. Die haben (lt. eigenen Angaben) jedem Beteiligten 'n bisschen Trinkgeld zu gesteckt. Verlangt wurde von Seiten der Kirche keine bestimmte Summe.
Auf meinen Wusch, hat der besagt Pfaffe uns waehrend der Zeremonie sogar die beruehmte Frage gestellt " Wollen Sie, Esther den hier anwesenden Kostas..........usw usw" Dies ist bei orthodoxen Zeremonien ja eigentlich nicht ueblich.

Mir scheint, wir hatten echt Schwein..................

Gruss
Esther

P.S. Jetzt faellt mir grad was ein: erst hatten wir uns diese tolle weisse Kirche in Kavouri ausgesucht. Es stellt sich allerdings raus, dass das wohl so was wie 'ne VIP Kirche ist. Man bekam da nur sehr schwer 'nen Termin, und es hiess (unter vorgehaltener Hand), dass mit "fakelaki" da alles einfacher geht
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20.04.2007, 09:38:06, | Spucke? weg....
#6
c/o Siggi:Stimmt, den Eindruck habe ich auch oft. Bis auf eine Extrasumme an den Frauenarzt fuer die gesamte Schwangerschaft und Geburt, haben wir auch noch nie fakelakia zahlen muessen.Dafuer waren alle Untersuchungen umsonst und ich konnte den Doc wirklich jeder Zeit anrufen. Fuehlte mich also gut aufgehoben und hatte somit 9 Monate keine anderen Ausgaben.
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20.04.2007, 09:56:12, | Spucke? weg....
#7
Ach ja, das Gleiche bei Nefelis Taufe auf Aegina. Auf Anfrage der Nona wieviel sie ihm schulde, sagte der Pfaffe "Gar nichts,er nehme dafuer kein Geld. Wenn wir wollten koennte wir etwas in den Klingelbeutel der Kirche (der fuer die Kerzen) werfen" Ob er selbst sich natuerlich dann den Klingelbeutel unter den Nagel reisst, wissen wir nicht, aber zumindest wurde nichts verlangt. Wir haetten genaus gut gar nichts oder 10 cent reinschmeissen koennen. Er hat's ja nicht ueberprueft
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20.04.2007, 14:01:55, | Spucke? weg....
#8
Also wir bereiten ja grad unsere Hochzeit hier auf dem STandesamt vor.
"Geschroepft" wurden wir bisher nur von der deutschen Botschaft.
Ich fand das unverschaemt, dass die 15.00EUR verlangten nur um uns beim Unterschreiben zuzusehen.
Weder Beglaubigungen bei der Polizei (laecherlich, 30 Cent pro Stueck und wir hatten kein Kleingeld und bekamen es umsonst...), noch Uebersetzungen beim Ministerium (doppelte Ausfertigung, drei Schriftstuecke = 19.00EUR) waren bisher teuer.
Es war auch jeder total freundlich und hat uns viel Glueck gewuenscht.
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20.04.2007, 14:36:41, | Spucke? weg....
#9
Daxie schrieb:...Weder Beglaubigungen bei der Polizei (laecherlich, 30 Cent pro Stueck und wir hatten kein Kleingeld und bekamen es umsonst...), noch Uebersetzungen beim Ministerium (doppelte Ausfertigung, drei Schriftstuecke = 19.00EUR) waren bisher teuer.
Es war auch jeder total freundlich und hat uns viel Glueck gewuenscht.
Muss sagen, da war ich auch sehr positiv ueberrascht. Brauchten letztes Jahr ploetzliches ---ich meine polizeiliches, Fuehrungszeugnis fuer Permanent-Residence-Antrag (andere Geschichte), und die waren hier umsonst, waehrend ich der Schweiz Euro 30.-- fuer einen "Strafregister-Auszug" -ist dasselbe- ueberweisen musste...
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20.04.2007, 19:05:37, | Spucke? weg....
#10
Ja, es gibt so'ne und so'ne Priester. Und meine Kollegin war nicht umsonst absolut abgenervt heute morgen....

Wollt ihr noch was hoeren, diesmal aus meienr Mailbox? Die Mail war gerichtet an und geforwarded durch die ehrenwerte St. Andrews Society....:

Dear Sir/Madam

I wonder if you can help me with a rather urgent and unusual query. I am at a bit of a loss as to what to do.

Essentially, I am due to be married in a Greek Orthodox Church in Athens in August. I am Scottish and my fiancee is Greek. Everything is booked, including the church, which accepted our booking on the proviso that we get approval from the Greek Orthodox Church in Athens.

My problem is that the Church has refused to recognise my baptism certificate as valid. I suspect this is because, in the tradition of the Church of Scotland, it is handwritten on the back of my birth certificate. Admittedly, this could have been written by anyone, so I am trying to get an official "certificate" on CoS headed notepaper in an attempt to satisfy the Church in Athens.

In addition, the Church is asking questions about the "dogma" of the CoS. I am not sure what to say other than that it has no "dogmas" and is basically the national church of Scotland, trinitarian in doctrine, recognises the sacraments of baptism and Holy Communion and, of course, is protestant.

With everyone having now booked flights, I am clearly in big trouble if the wedding doesn't go ahead.

I am sure I cannot be the first member of the Church of Scotland ever to have wanted to be married in a Greek Orthodox Church and I wonder if any of your members have any advice which they could give me in dealing with the Church?

Any help would be gratefully received.

Best regards

Alasdair
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20.04.2007, 19:31:55, | Spucke? weg....
#11
@Siggi: Das mit dem "Ich zahl kein Schmiergeld" hab ich auch solange erfolgreich durchgezogen, bis ich das erste Mal nicht ohne weiterkam - sie machen Dir schon unmissverstaendlich klar, was Du zu lernen hast. Kann passieren, muss nicht passieren!

Zu den Priestern: Wie oben gesagt, es gibt so'ne und so'ne. Meinen Kommentar "Δεν το έχω ξανακούσει" - das hab ich ja noch nie gehoert - heute morgen kommentierte betroffene Kollegin mit "ουτε εγώ" Ihr war das auch neu, dass man dann auch noch fuer sowas schmieren muss.

Sie fragte also, wieviel wuenschen der Herr denn, da sie nicht die geringste Idee hatte, was sein "Tarif" sein moege. Sein "óxi πολλά", nicht viel, wusste sie nicht einzuordnen, und fragte nach einer Zahl. Er meinte, ach, lad mich auf ein Bier ein, ok sagte sie, das duerften so ungefaehr 10 sein... hatte aber nur nen Fuffi bei sich. Die Frage, ob die beiden morgen wiederkommen koennten, um ihm was zu bringen, kommentierte er laechelnd mit "Koennte sein, dass dann die Paiere verloren gegangen sind?" sprach's und nahm die 50, die Nasia *garantiert* nicht uebrig und schon gar nicht zum verschenken hat.

Die hatte echt nen Hals, glaubt's mir. Waehrend ich noch sprachlos im Geiste nachrechnete, dass das mein Tankbudget fuer nen ganzen Monat gewesen waere, kamen halt Kommentare und Geschichten von allen Seiten... es passiert, am hellichten Tag. Isso.

@ Estherako: Ich hab ne Freundin, die an Brustkrebs erkrankte, sich in D operieren liess und in GR nur mehr die Bestrahlungen wollte - ist von KH zu KH gerannt, unter 2000 Euro λάδομα kriegte sie nichts, keinen Termin, nicht mal ne Anhoerung beim Arzt. Die Zeitungen sind voll davon, ich hab wie gesagt selbst schon zahlen MUESSEN und mir kann keiner erzaehlen, er kann ein Leben lang ohne Kontakte und ohne Schmiergeld klarkommen. Keiner.
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21.04.2007, 10:10:34, | Spucke? weg....
#12
Hallo,
@ Christine
Also, ich wuerde Aerzte mitnichten als "kleine Wuerstel" bezeichnen, den meisten gehts finanziell sehr gut, wenn sie erst mal ihre Ausbildung abgeschlossen haben . Das ist zwar eine sehr lange Ausbildung in der sie erst mal nix verdienen aber das weiss man doch auch vorher. OK, das ist ein anderes Thema.

Worauf ich hinaus will: Ein Artz hat doch eine ethische Verpflichtung, Menschen zu helfen, richtig? Er darf theoretisch keinen Patienten ablehnen oder eine lebensrettende Massnahme verweigern, richtig? Damit macht er sich sogar strafbar, richtig?
Wieso sollte ich also fuer etwas bezahlen, was ich als Leistung von einem Arzt erwarten kann, ja muss??

Ich stimme Siggi voll und ganz zu: Diese Fakelakia-Geschichte ist komplett hausgemachter Griechenquatsch und die Aerzte nehmen was sie kriegen koennen und manche noch mehr.

Alles schoen und gut koennte man sagen, solange man nicht ernsthaft krank wird kann man es sich leisten, kein Schmiergeld zu geben. Auch da seh ich die Sache anders. Viele Griechen lassen sich gar nicht erst in GR operieren, wenn es z.B. um eine riskante Herzoperation geht. Die fliegen nach England oder Amerika, die Kosten kommen etwa mit den Fakelakiaforderungen hin

Krass, richtig?

Also, meine Konsequenz: Nirgends Fakelakia, eine Haltung, die sich auch bei den juengeren Grieche langsam durchzusetzen scheint, laaangsam.

Liebe Gruesse, Susanne
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21.04.2007, 16:11:14, | Spucke? weg....
#13
siggi schrieb:Wie heißt es so schön: Δεν είναι ο τόπος, είναι ο τρόπος.
Ich bin 13Jahre hier, hab noch nie einen „Fakelaki“ gegeben und hab nicht das Gefühl, es wurde je von mir erwartet. Aber ich gehe diesen korrupten Schweinen gezielt aus dem Weg.
Und da ist das Problem der Griechen, bezüglich Menschenkenntnis sind fast alle nichts weiter als panikmachende, inkompetente Nieten, alle Probleme hausgemacht.
Genau so ist es richtig!!! Wer Schmiergeld zahlt, ist nicht besser als der korrupte Empfänger. Ein kleines Dankeschön (z.B 1Flasche Wein) für eine besondere Leistung, ja, aber für Selbstverständliches extra zahlen, ist die pure Dummheit. Wie soll der Korruptionsschwachsinn sonst aufhören?

Gruß aus Rhodos
Ganz entspannt im Hier und Jetzt.
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