Schnee in Athen – Katharinas Versuch wieder auf ihre Insel zu kommen....
Wie Ihr sicher alle wißt, hat es im Januar eine „Schneekatastrophe“ in Athen gegeben und ich hatte mir genau diese Woche ausgesucht, um wieder auf „meine Insel“ zu kommen. Morgens um 4.oo h in Düsseldorf noch von meinem eigenen Bett am Abend geträumt und es vier Tage später auch wiedergefunden...

Nach zwei gräßlichen Tagen mit Sturm in Piräus dann Schnee in Athen. Ja und dieser Schnee
(ca. 5 cm Schneematsch auf den Straßen – für die Niederrheiner, die gerade von der Arbeit kommen...)
hat dann ALLES zum Erliegen gebracht und für 48-Std-Sondersendungen auf allen Fernsehkanälen gesorgt. Schiffe fuhren nicht, Taxi- und Busfahrer sind wieder nach Hause gegangen um ihr schönes Auto nicht zu ruinieren und Kathrienchen stand im um 4.00 h morgens in Piräus am Straßenrand und wollte mit kleinem Köfferchen zum Flughafen... Fünf Stunden später konnte ich einen Taxifahrer überreden mich doch zum Flughafen zu fahren. Er hatte sich wohl die Kosten einer Isolierverglasung für sein Haus ausgerechnet und beschlossen, daß er mit mir diesem Ziel verdächtig nahe kommt.

Am Ziel meines energischen Kampfes angekommen, hatten dann mittlerweile die Flugkapitäne beschlossen, daß es im Bett wärmer ist als im Cockpit und fast alle Flüge gestrichen. Der neue Flughafen glich einem Flüchtlingslager und ich fühlte mich sowieso wie ein Kind auf der Flucht (verfroren, einsam und verzweifelt!).

Die Ansagen, man solle sein Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen lassen, waren ein Hohn, weil es nur unbeaufsichtigtes Gepäck gab. Mc Donalds hatte die Rollos runter, weil total ausverkauft. Der Olympic-Schalter beschäftigte 2 froh gelaunte Mitarbeiterinnen für ca. 600 Personen in der Warteschlange, das Flughafenhotel war ausgebucht und es gab keine Möglichkeit mehr in die Stadt zurück zu kommen. Ich war besessen von dem Gedanken an ein Bett und eine Badewanne und bereit dafür zu kämpfen! (Zur Alternative standen die warmen, schwitzigen Arme eines britischen Hooligans, der auf dem Boden zwischen Zigarettenkippen und umgekippter Cola schlief und seit mindestens drei Tagen unterwegs war...)

Und dann fiel mir mein Papa ein, der immer gesagt hat, daß man Trinkgeld nicht beim Gehen sondern beim Kommen gibt! Ich hatte das bis dato noch nie versucht aber viel zu verlieren gab es eh nicht. Also der Maus an der Hotelrezeption einen inhaltsschweren Brief in die Hand gedrückt, mit dem freundlichen Hinweis, daß ich an der Bar sitzen und mich freuen würde, wenn sie dann doch etwas für mich tun könnte.

Der Campari war noch nicht auf, als die Sonne aufging und der Barkeeper mich fragte, ob ich mal kurz zur Rezeption gehen könnte... lange Rede:
Nach fünf Minuten hatte ich ein Zimmer MIT BADEWANNE UND SCHAUM und war fest entschlossen, dieses Paradies erst dann zu verlassen, wenn mein Flug definitiv auf der blinkenden Flughafenanzeige stünde. Nach ca. vier Schaumbädern, sechs Stunden Warten am Olympic-Schalter und 18 Std. Sonderberichterstattung im Fernsehen über das Chaos in dem ich leider live steckte, war meine 4-Tage-Odyssee durch feuchte Hotelbetten in Piräus dann am Montag etwas edler zu Ende gegangen.

Es könnte hier nun die Frage aufkommen, warum ich das eigentlich alles mache... und ich muß zugeben, daß ich mir diese Frage um 4 h morgens in Piräus auch mehrfach gestellt habe.

Aber dann tauchte mein kleiner Flieger durch die Wolken in den Sonnenuntergang über Paros und Naxos und jetzt bin ich wieder hier und gestern Abend fingen einheimische Gäste unseres Stammlokals einfach an zu singen. Die Instrumente wurden ausgepackt, draußen pfiff der Wind und drinnen bollerte der Ofen. Wir waren nur zwanzig Personen, aber es war so sau-gemütlich und schaurig-schön, daß mir plötzlich heimlich die Tränchen vor Freude auf den Pulli tropften...

Und warm wird es auch bald wieder...

Alles Liebe!
Fortsetzung folgt...

Autor: Katharina, am 2002-02-08 01:35:37

Kontakt | GotoHellas | Nach oben | | Archiv-Modus | RSS-Synchronisation