Eine Pension auf einer griechischen Insel
Es scheint der große Traum vieler zu sein, sich nach Griechenland "abzusetzen" und eine Pension, Apartmentanlage oder ähnliches zu übernehmen.

Ich selbst lebe auf der Kykladeninsel Paros und bin durch meine damaligen "Lebensumstände" in die Lage geraten, eine Pension zu führen, was ich nun seit 1997 mache. Ich will mal versuchen, plastisch darzustellen, was man meiner Meinung nach bedenken sollte, wenn man diesen Traum hegt.

Wenn man von dieser Traumvorstellung "Pension in Griechenland" ausgeht, sollte man sich zunächst einmal fragen, warum? Ist das Ziel ein "lockeres Leben" im Süden? Dann kann ich gleich davon abraten. Man sollte bedenken, es ist Tourismus, d.h. Saisonarbeit. Man arbeitet in ca. 4 bis maximal 8 Monaten (wenn man Glück hat, je länger die Saison, desto besser!) für das ganze Jahr durch und muss in dieser Zeit auch für den Winter mitverdienen. Es gibt keine freien Tage, krank zu werden ist katastrophal und das Privatleben kann man während dieser Zeit fast komplett vergessen. Das beste an Privatleben, das man sich selbst bieten kann, ist vielleicht mal eine Siesta am Nachmittag oder ein Abendessen mit seinen Pensionsgästen.

So sollte man sich zunächst unbedingt überlegen: möchte man wirklich so viele Monate ohne Wochenende, ohne einen einzigen freien Tag, durcharbeiten? Kann man das überhaupt? Kann man auch mehrere Monate Dauerstress durchhalten, ohne krank zu werden? Kann man arbeiten, wenn andere Urlaub machen? Hat man Zeit und Energie, nachmittags an den nur 100 Meter entfernten Strand zu gehen, nachdem man schon 7 Stunden Arbeit hinter sich hat und bereits 5x bei 40°C und praller Sonne Pensionsbettwäsche und Handtücher aufgehängt und vielleicht gar mit der Bügelpresse bearbeitet hat? Wo man weiß, dass man um 19h schon wieder frisch sein muss, weil neue Gäste ankommen oder man während seiner Rezeptionszeit anwesend sein muss? Oder man noch ca. 15 Emails von potenziellen Gästen beantworten muss? Kann man sich mehrere 18-Stunden-Arbeitstage nacheinander vorstellen? (Z.B. muss der erste neue Gast morgens bereits um 7h am Flughafen abgeholt werden und der letzte nachts um 2h an der Fähre….)

Man sollte auch nicht vergessen, dass man eine Pension nicht allein führen kann, so dass sie eben genug Geld abwerfen muss, um auch noch mindestens einen Partner und eventuell einen oder mehrere Angestellte zu ernähren bzw. zu bezahlen.

Das hört sich jetzt aber erschreckend an? Warum ist es dann so ein Traum? Vielleicht haben Sie ja schon einmal die gemütliche Pensionsomi im griechischen Inseldorf erlebt, die ihre Zimmer für‘n Appel und ‘n Ei vermietet, und Sie möchten so ein Leben auch führen. Haben Sie sich gefragt, wie das möglich ist? Es sieht so schön aus, Omi sitzt den ganzen Tag auf ihrer Veranda und spricht Touristen an, die ab und zu mal vorbei kommen, und trinkt derweil Kaffee mit ihren Nachbarinnen. Gast zu sein ist dort sicher gemütlich. Aber die Voraussetzungen sind andere als sie bei Ihnen wären, schließlich nehme ich nicht an, dass Sie gleich mit Ihrer ganzen arbeitswilligen Großfamilie auswandern wollen und Ihre Omi bereit wäre, ihren Lebensabend auf einer griechischen Pensionsveranda zu verbringen.

Hinter der griechischen Pensionsomi steckt nämlich höchstwahrscheinlich – natürlich nicht sofort offensichtlich – ein ganzes Heer von Familienmitgliedern, das im Familienunternehmen unermüdlich mitarbeitet. Sohnemann z.B. sieht man den ganzen Tag nicht – er ist wahrscheinlich von früh bis spät am Hafen, um bei jeder einlaufenden Fähre zu versuchen, neue Gäste zu akquirieren. Schwiegertochter sieht man höchstens morgens oder am Wochenende, sie arbeitet nämlich als Postangestellte und versorgt nachmittags die Kinder. Die Kinder, die im Sommer 3 Monate Sommerferien haben, putzen die Zimmer, mit Glück aber vielleicht doch die unverheiratete Tochter oder gar eine angestellte Albanerin oder Russin.

Das erwirtschaftete Geld geht größtenteils in die eigene Tasche, weil man Land und Grundstück besitzt und keine Pacht bezahlen muss und versucht, so gut als möglich an der Steuer vorbeizuwirtschaften. Versuchen Sie mal, von so einer Pension eine Quittung zu bekommen. "Schwierig, schwierig." Wahrscheinlich stellt man sich plötzlich taub oder aber hat noch nie davon gehört. Oder Omi sagt, wenn Sohnemann nach Hause kommt. Dafür muss man aber den ganzen Tag auf der Lauer liegen, damit man ihn auch tatsächlich erwischt, wobei man doch eigentlich den letzten Urlaubstag am Strand und abends in der Taverne verbringen möchte. Die logische Schlussfolgerung kommt einem da gleich in den Sinn: Was ist mit der Steuerfahndung, sehr gefürchtet und wegen ihrer angeblichen Unbestechlichkeit "die Unberührbaren" genannt, die allsommerlich wieder stichprobenartig die Hotels und Pensionen kontrolliert? Ein paar Gäste sind vor 30 Minuten angekommen und noch nicht in die Bücher eingetragen? Ärgerlich, ärgerlich… Das gibt gleich eine hohe Geldstrafe, ca. 3.000 Euro dürften es sein, und keine Ausreden. Das Familienunternehmen, vielleicht schon seit Jahrtausenden auf der Insel ansässig und früher angesehene Weinbauern (vielleicht sogar nebenbei noch immer!) ist aber höchstwahrscheinlich dadurch geschützt, dass es über eine sehr gut funktionierende Buschtrommel aus über der Insel verteilten Cousins, Großonkeln, Geschwistern usw. in dem selben Gewerbe verfügt und schon vorgewarnt ist.

Stellen Sie sich aber vor, Sie sind FREMD. Weder haben Sie eine Jahrtausende alte Vergangenheit noch die richtigen Beziehungen, eventuell sprechen Sie nicht einmal die Sprache. So sind Sie für die Steuerfahndung ein leichtes Opfer, vielleicht versuchen Sie ihr sogar anfangs noch ein Zimmer zu "verkaufen".

Wenn Sie es aber geschafft haben, überhaupt in diese Lage zu kommen, haben Sie ja schon Glück gehabt und/ oder bereits eine Odyssee hinter sich. Es stellt sich nämlich die Frage, wie findet man das geeignete Objekt unter Tausenden von Pensionen und Hotels, und pachtet oder kauft man?

Die meisten Pensionen und Hotelanlagen sind in griechischer, ich sage, "Großgrundbesitzer-" Hand. Ab und zu gibt es Eigentümer, die glauben, wenn sie ihre Pension vermieten, können sie genau so viel Geld verdienen, wie sie es täten, wenn sie sie selbst führten. So sind die Preise nicht verwunderlich - die Pacht allein beträgt auf dem Markt ganz grob gerechnet ca. 1.500 Euro pro Zimmer pro Saison. Wenn Sie also eine kleine Pension mit 8 Zimmern gefunden haben, können Sie ca. 12.000 Euro jährliche Kosten allein schon an Pacht einkalkulieren, mal mehr, mal weniger, ganz davon abhängig, in welcher Lage sich das Objekt befindet oder wie es ausgestattet ist. (Es ist sicher von Insel zu Insel sowie Gegend zu Gegend in Griechenland unterschiedlich; ich habe nur einen Durchschnittspreis angegeben, denn man hört allein auf der Insel Paros von Preisen um plus-minus 30% meines angegebenen Wertes.)

Kaufen ist da eine andere Sache. Die griechischen Immobilien kosten ungefähr genau so viel wie die deutschen, es sei denn es ist eine alte Bauernhütte im Hinterland, aber das ist für eine Pension ja nicht gerade geeignet. Wenn man dann noch bedenkt, dass eine Apartmentanlage oder ein kleines Hotel sogar Geld abwerfen kann, ist es nicht verwunderlich, dass die Preise für ein solches Objekt sehr, sehr hoch sind, besonders wenn es gut ausgestattet oder vielleicht sogar in 1A-Lage am Meer ist. Es muss sich für den Verkäufer ja schon lohnen, sonst wäre er ja blöd und könnte es gleich verpachten. Sie haben also genug Geld, um sich das zu leisten? Dann überlegen Sie auch, was Sie machen werden, wenn der Tourismus einbricht oder die Insel plötzlich "out" ist.

Es versteht sich von selbst, dass solche Objekte nicht täglich angeboten werden. Das griechische System ist besonders für einen außenstehenden, nicht Inselansässigen sehr undurchsichtig und man muss schon gute Beziehungen haben, um von zu verkaufenden oder verpachtenden Objekten überhaupt zu erfahren.

Es gibt meist nicht einfach eine Zeitung, wo so etwas veröffentlicht wird, und wenn man tatsächlich auf diese Art von so einem Fall hört, ist es vielleicht ein Notfall und es "muss" verkauft werden. (Dann sollte man besonderes Augenmerk auf das Objekt richten, für den Fall, dass der Grund für den Notfall das Objekt selbst ist...)

Vielleicht denkt der Eigentümer ja auch nur "laut" darüber nach und kann vom Vermittler durch Vorstellung des geeigneten Interessenten dazu "überredet" werden, das Objekt herzugeben, aber natürlich nur, wenn die Konditionen zufriedenstellend sind und der Interessent "gefällt". Dann könnte es sein, dass der Vermittler, der eine Beziehung zwischen Verkäufer oder Vermieter und Interessenten herstellt, später ein Dankeschön dafür erwartet, und zwar nicht nur einmalig, sondern sogar in Form einer jährlichen Gewinnbeteiligung (ohne weiteren Input wohlgemerkt, den hat er schon durch die Vermittlung geleistet). Es gibt eben alles und man sollte sich hier sehr vorsichtig absichern, auch wenn es sich bei dem Vermittler um einen "sehr guten Freund" handelt. Was auf der Insel üblich ist, wird nicht gleich außer Kraft gesetzt, nur weil Sie Ausländer sind.

Wenn wir jetzt aber davon ausgehen, dass Sie es tatsächlich geschafft und ihr Wunschobjekt gefunden haben, gibt es weitere zu bedenkende Punkte. Wenn man sich als Ausländer in Griechenland selbständig machen möchte, gibt es viele verschiedene Auflagen, u.a. z.B. eine Sprachprüfung, obwohl die inzwischen auch abgeschafft worden sein könnte, da bin ich nicht so sicher. Jedenfalls sollte man sich darüber sehr eingehend informieren und sich außerdem mit einem Steuerberater zusammen setzen, um zu kalkulieren, welche Steuersätze da auf einen zukommen. Das ist wiederum ein sehr kompliziertes Thema, da die Steuersätze von verschiedenen Dingen abhängen wie z.B. Größe oder Kategorie der Pension/ des Hotels. Ganz wichtig ist auch zu beachten, ob überhaupt noch Lizenzen vergeben werden für neue Hotels und Pensionen (diese vergibt die griechische Touristenorganisation "EOT"), denn zuweilen gilt "Lizenzen-Stopp" wegen Übersättigung (d.h. einfach zu viele Hotels am selben Fleck!). Es ist schließlich nicht der Sinn der Sache, eine Pension zu erwerben, wenn man sie nicht füllen darf, und illegal ist das einfach undenkbar!

Bedenken Sie auch Kosten wie Wasser oder Strom und Unterhaltung im Voraus. Fast jeder Gast will heutzutage Klima-Anlage haben und die wird "schamlos" genutzt – die Anlage den ganzen Tag "laufen lassen", damit das Zimmer abends nach der Rückkehr vom Strand schön kühl ist, ist fast schon selbstverständlich und natürlich sehr teuer (für Sie). Auch der Klempner oder Elektriker – und den brauchen Sie öfter – will bezahlt werden, von dem kaputten Kühlschrank in Zimmer 2, der ganz schnell ersetzt werden muss, usw., usf., ganz zu schweigen. (Es ist empfehlenswert, überall gute Beziehungen zu pflegen. Wenn Sie zuverlässige Leute – wie Klempner eben oder Taxifahrer – gefunden haben, sind sie Gold wert. Behandeln Sie sie gut, und sie werden für Sie immer da sein – d.h. sofort bezahlen z.B. (nicht immer auf später vertrösten) und deren Arbeit schätzen! Der Elektroladen wird Sie auch zuerst bedienen, wenn er weiß, dass er mit Ihnen keine Probleme hat, und die Gäste warten nicht gern allzu lange auf ihre neuen Kühlschränke – oder was auch immer!)

Vielleicht müssen Sie die Pension ja sowieso erst mal ausstatten. Studios (Zimmer mit Kochnische) sind ganz begehrt und ein Zimmer ohne eigenen Kühlschrank schon fast nicht mehr denkbar; und besitzt das Hotel überhaupt Bettwäsche und Handtücher? Eine Waschmaschine? Veranschlagen Sie derartige Kosten im Voraus, damit Sie wissen, was auf Sie zukommen wird. (Übrigens: je mehr Ihr Hotel bietet, desto leichter wird es, Gäste zu bekommen, von Frühstück über Pool bis zur Klima-Anlage! Bedenken Sie das bereits beim Erwerb!)

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind und Sie ihre Pension eröffnen wollen und können, tritt die Frage auf, tja, wie kommt man an Gäste? Denn von allein werden sie nicht kommen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten und man sollte möglichst alle ausschöpfen.

Die meisten Hotelbesitzer oder -führer, die nicht gerade das "Glück" haben, ein tolles Objekt zu haben, das von einer Reiseorganisation wie Attika oder TUI gefüllt wird, müssen sich wohl oder übel an den Hafen stellen und versuchen, von den ankommenden Fähren Gäste zu bekommen. Bei der großen Konkurrenz allerdings und der immer häufiger werdenden Antiwerbung gerade dafür (z.B. steht in vielen Reiseführern, man solle nicht mit den sog. "Harpunenjägern" am Hafen mitgehen) kann es sein, dass Sie entweder die Nerven verlieren oder nur alle 3 Tage mal "ein Zimmer finden", und klar ist, dass Sie davon nicht werden leben können. Außerdem ist das offiziell "verboten" bzw. höchst unerwünscht, und die Polizei und – noch viel gefürchteter – die Hafenpolizei wird unermüdlich gegen Sie "vorgehen"; öfter mal zu nahe an das Gate des Hafenbereichs heranzukommen kann im schlimmsten Fall die Hotellizenz kosten.

Auf manchen Inseln ist am Hafeneingang eine Art Hotelvermittlung, dann kommen Sie in eine Liste und bekommen jedes 300ste Zimmer (oder so) "zugeteilt"; Pech, wenn dann ausgerechnet die Gäste auf einem Swimmingpool bestehen, den Sie nicht haben, was sie jedoch vergessen haben, der Zimmervermittlung zu sagen. Oder aber Sie werden gar aus der Zimmervereinigung ausgeschlossen, weil man Sie mal am Hafen eine Buchung hat abholen sehen und nun glaubt, es ginge nicht mit rechten Dingen zu und Sie bedienten sich unfairer Methoden. Ganz ausgezeichnet dagegen wäre, einen Cousin oder so hinter dem Tresen bei der Zimmervermittlung zu haben, dann fällt sicherlich das eine oder andere "Zimmer" mehr ab.

Dann gibt es noch das Internet, ganz groß im Kommen gerade für Hotels, aber eine eigene Website bauen zu lassen – und, nicht vergessen, zu pflegen –, ist so gut wie nicht finanzierbar, und sich mit zufriedenstellendem Ergebnis in anderen "Hotelwebseiten" listen zu lassen ist ebenfalls sehr teuer. Manche Sites nehmen da nur fürs Listen eine Gebühr von ca. 300 Euro pro Jahr. In Reiseführer kommt man nur durch Glück und zufällige Beziehungen; man solle sich davor hüten, sich einem Reiseführer aufzudrängen, das mögen sie überhaupt nicht! Man kann außerdem Reisebüros bemühen (dann muss man aber mit den Preisen runter gehen, damit die auch etwas dran verdienen können) – sofern man eins findet, das Interesse hat – und man kann in Zeitungen und Zeitschriften Werbung machen und annoncieren. Es versteht sich von selbst, dass es da heißt, unermesslich viel Input ergibt etwas Output.

Es ist also logisch, dass Sie nicht mit solchen Preisen konkurrieren können, wie die griechische Pensionsomi sie bietet. Sie müssen mit dem Abwerben Ihrer Gäste rechnen oder mit dem Unmut ihrer eigenen Gäste, die nicht einsehen wollen, warum Ihr Zimmer, das Klima-Anlage, Kühlschrank, kostenlose Abholung und Meerblick (usw.!) bietet, ein paar Euros teurer ist als das Zimmer bei der Nachbarin, eben eingangs erwähnter Pensionsomi, das außer einem Bett und einer vorhanglosen Dusche mit Klo nichts weiter bietet. Davon haben sie erst erfahren, als die liebe Pensionsomi, nunmehr ihre gefürchtetste Konkurrentin, Ihre eigenen Gäste versucht hat abzuwerben. (Ganz nebenbei bemerkt, erwarten Sie auch nicht, dass Sie alle Ihre Gäste lieben werden und umgekehrt.)

Zur Pflege der Pension/ des Hotels, habe ich verschiedene Tipps. Es ist ratsam, so vieles wie möglich selbst zu machen, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Z.B. kann man für die Fremdreinigung der hoteleigenen Bettwäsche pro Saison ca. 3.000 Euro rechnen. Finden Sie eine Putzfrau – wenn Sie nicht gerade selbst die Zimmer putzen –, die zuverlässig ist und fleißig und ehrlich und behandeln Sie sie übermäßig gut, wenn Sie eine solche "Perle" gefunden haben. Unvorstellbar, wenn sie z.B. ausgerechnet in der Hochsaison kündigt oder "ausfällt". Regelmäßige Kontrollen ihrer Arbeit sind ratsam, vor allem hinter den Betten und unterm Waschbecken, wenn Sie wirklich saubere Zimmer haben möchten, und hüten Sie sich davor, selbständige Entscheidungen zu erwarten. Klare Anweisungen und Arbeitsvorgaben sowie –zeiten werden Ihrem Verhältnis zu Gute kommen.

Nun werden Sie sich wahrscheinlich fragen, ob ich übertreibe oder warum das so eine Traumvorstellung ist. Das Wort sagt ja schon etwas aus – Träume stimmen nicht unbedingt mit der Wirklichkeit überein!

Die größte Gefahr ist meiner Meinung nach, dass man nur oberflächlich hinschaut und die lässige Urlaubsatmosphäre wieder erleben möchte, aber Urlauber zu sein oder Urlaubern Urlaub zu bieten sind zwei ganz verschiedene Schuhe. Klar ist, dass selbständig sein mit vielen Belastungen und Risiken und sehr großem Arbeitseinsatz verbunden ist, egal wo. Da erwartet man nicht einfach seinen Gehaltsscheck am Ende des Monats, sondern ist dafür verantwortlich, dass "der Laden läuft".

Wo Schatten ist, ist aber bekanntlich auch Licht ;-). Es hat viele gute Seiten, z.B. hat man einen sehr langen Sommer und die Gefahr, dass Dauernieselregen einem aufs Gemüt schlägt, ist gleich Null (auch wenn man nicht jeden Tag an den Strand kann). Man lernt außergewöhnlich viele und darunter interessante und liebe Menschen kennen und einige davon sehr schätzen.
Sicher wird aus dem einen oder anderen Gast auch ein guter Freund, den Sie sonst nie kennen gelernt hätten, und Sie werden nicht einsam sein, sondern die ganze Saison durch viele bekannte und liebe Menschen "zu Besuch" haben. Es hat auch seine Vorteile, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein und nicht von Punkt 8h bis Punkt 17h im Büro sitzen zu müssen, bei Dauernieselregen wohlgemerkt. Man hat trotz des immensen Arbeitseinsatzes auch viele lohnende Momente, z.B. wenn man sieht, wie aus dem anfangs gestressten Urlauber ein glücklicher und fröhlicher Urlauber wird, der nicht abreisen möchte, oder wenn Ihnen schöne Kleinigkeiten aus der Heimat als Geschenke mitgebracht werden. Dafür muss man aber mit ganzem Herzen dabei sein und den Gästen mit Rat und Tat zur Seite stehen, wo man kann.

Der lange, "arbeitslose" Winter ist auch wirklich nicht zu verachten, zumindest hat man dann richtig Zeit für sich ;-).

Eins aber kann ich Ihnen garantieren: LANGWEILIG wird Ihr Leben nie mehr sein.

PS: Unsere Pension können Sie finden unter www.paros-online.de
Autor: Martina, am 2002-01-31 19:35:17

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