Für immer nach Zante
ich hatte es ja schon mal angedroht,ein wenig zu erzählen von den
beweggründen nach zante zu gehen,für immer…
hmm,wo fang ich an…
vieleicht am anfang?
wir sind das erste mal total zufällig in zakynthos gelandet.
waren schon des öfteren mit freunden in griechenland im urlaub,das erste mal
corfu,daran erinnere ich mich sehr gut.
wir haben uns in userem stammlokal-ein guter freund,und noch besserer
koch-vormittags gemütlich getroffen,alle mit bepackten motorrädern und unbändiger
lust zusammen loszudüsen..
na ja,und dann zante,mit fast den gleichen freunden ein paar jahre
später,dazwischen war nochmal corfu und besagtes kofos bei korinth.
ein freund hat gebucht…zakynthos?wo zur hölle ist das?
niemand wusste nix genaues…
egal,alle gebucht,ein paar mit dem flieger,ein paar mit dem auto,viele
kinder dabei,und jutta ke ego mit dem motorrad…hinterher,allein,die anderen sind
vorgefahren/geflogen..
nach einer, wie fast immer im mai ,verregneten anfahrt nach ancona,das erste
mal auf die superfast..
wow,wir waren beeindruckt…wie ne kreuzfahrt,nur kürzer.
alles war unglaublich spannend und neu..
hmm,ich weiche ab,wollte ja vom umzug erzählen..aber das gehört irgendwie
dazu,denk ich….
jedenfalls,wir kommen in patras an,nachmittags,weiss nicht mehr genau
wann,und bekommen nur noch das letzte schiff nach zante.
drüben angekommen lotst uns einer der freunde via handy richtung
kipseli,nicht so einfach,das erste mal und alles zappendunkel..
dort,mit dem handy auf dem moped am ohr angekommen,erstmal
begrüßungszeremonie..
wir können georges haus erst am nächsten tag beziehen,gleich nebenan.
solang hausen wir in “onkels haus” mit 13 personen,ausgelegt für deren 6…
am nächsten morgen umzug,10 m weiter in unser eigendlich gebuchtes haus,ihr
wisst wohl alle mittlerweile welches…
am nächsten morgen,alle schlafen noch,ausser mir und jutta.
kaffee auf dem balkon..beim dritten schluck aus der tasse macht es
klick,irgendwo in meinem hirn.
jetzt weiß ich,zante hat sich verewigt…..
ich schau jutta an,und merke…sie hat die gleichen symptome,der gleiche
verklärte blick,einfach nur raus auf´s meer..
klar bin ich in den 3 wochen jede menge über die insel gefahren,hab
eindrücke gesammelt und mich umgeschaut..aber ihr müsst mir glauben…es war DIESER
moment auf dem balkon,alles andere kam hinzu.
ich hab sogar am strand von zante für meine servicetechnikerprüfung
gelernt,welche ich extra um 2 wochen verschoben hatte wegen diesem urlaub.direkt nach
zante sind jutta und ich nach köln in ein hotel,ich hab die prüfung
abgelegt,und dann nach “hause”.
von da an stand fest,hier,und nirgendwo anders möchten wir leben…
aber wie?
keine ahnung von dem land,keine sprachkenntnisse keinen plan.
und ehrlich,bis zu diesem moment hätte ich nie gedacht jutta auch nur 50 km
von ihrer eigendlichen heimat wegzubekommen,danach war alles anders…
wir haben bei der ersten rückfahrt mit der fähre schon geheult,als wir zante
verließen.
wieder zuhause in D-nach regen ohne ende,auf dem moped,wie immer-,begann ich
zaghaft jutta zu fragen ob sie sich denn vorstellen könnte für immer dort zu
leben.
zu meinem riesen erstaunen bejahte sie..
der anfang aller planungen…………………………
jeder urlaub,der irgendwie machbar war,ging von nun an nach zakynthos,ob
sommer oder winter oder sonstwas.
wir haben abertausende von Dmark und später euros verbraten um auch nur
einen tag in zante verbringen zu können.
2001 machten wir urlaub in kalo nero-peleppones,und klar..wo ging es hin von
dort?
drauf auf´s motorrad und ab nach kilini..
ich hab den george über alles und jeden ausgequetscht,so gut es ging,wir
lernten nikos,spiros und alle anderen kennen.
den allerletzten schliff haben wir uns 2002,nach drei jahren mindestens 4
aufenthalte auf zante, über weihnachten geholt.
haben in georges haus gewohnt,bei spiro´s eltern mit der ganzen
verwandtschaft und nachbarschaft an weihnachten in der spartanischen küche ECHTE
griechische gastfreundschaft kennengelernt.
es war ein traum.
im mai 2003 wollten wir umziehen..

ach ja,der letze dezember…urlaub auf zante…..
unsere fähre retour geht um 15.00 uhr,richtung kilini.
14,32 uhr fällt spiros noch ein haus ein,welches wir ab mai mieten
könnten,müssen wir natürlich vorher noch anschauen….
meine blicke wandern nur auf meine armbanduhr-dabei fällt mir auf das ich
,seit wir hier leben nie mehr eine besessen habe-,anstatt auf das haus..
macht doch nix,sagt spiros,bleibt ihr eben noch einen tag..
wir haben den urlaub bis auf die letzte sekunde geplant,das man zurück in
deutschland nicht mal eben einfach nen tag später auf der arbeit erscheint will
spiros so gar nicht verstehen..
wie auch immer,wir schaffen das schiff..
einer der traurigsten abschiede von zante…voller hektik,nach so schönen
tagen.

auf der rüchfahrt ist entweder schweigen,oder planung… wie ,wann,was
gemacht werden muss angesagt.
von jetzt an waren wir uns 1000% sicher,wir wollen es versuchen.
zuhause angekommen trifft uns der schlag…aber das ist ne andere
geschichte…
die monate bis mai sind schnell erzählt.
alles was wir benötigen,oder denken zu benötigen,offen gelassen,der rest in
kartons verpackt.
das ging gleich nach unserer ankunft los,wir…ja,auch jutta,was ich nie
gedacht hätte,waren wie besessen.
jutta hatte kein problem ihr arbeit zu kündigen,es war eh nicht ihre welt..
sie hat bis zum letzten tag durchmalocht,um jeden cent mitzunehmen…dafür
auch heute noch meine hochachtung,keinen tag urlaub,nichts,alles in euro´s
umwandeln lassen.
ich hab eine letzte woche genommen,einer musste ja den ganzen krempel
zuhause machen.
MEINE kündigung war etwas schwieriger…aber auch das ist ne andere storie…
am 12ten mai 2003 war´s dann soweit.!!!!!!!!!!!
der transporter stand voll gepackt im hof,auch unser auto.. voll bis unters
dach.
jutta war auf einer ihrer letzten frühschicht,das hiess um 3.30 uhr
aufstehen,fertig machen und um 2.30 uhr feierabend.
das ganze garniert mit jeweils einer knappen stunde fahrt hin und zurück.
ich hatte das gleiche “schicksal”,nur zu anderen zeiten,aber im gleichen
ort..
abends trafen wir uns mit freunden,zum abschied.
einer der bekannten hatte sich extra eine woche urlaub genommen um den
sprinter zu fahren,und ihn dann zurück nach deutschland zu bringen.
es flossen einige tränen zum abschied,aber ich fand´s klasse das mann und
frau uns irgendwie vermissen würden.
im nachhinein muss ich sagen ,ne tolle geste,erstens vom fahrer-damit er
auch mal genannt wird..MICHAEL…und zweitens vom anderen freund, WOLFGANG,
welcher den transporter für lau zur verfügung stellte…
nach der fahrt richtung ancona,dem einchecken auf dem schiff und allem was
dazu gehört..kehrt erstmal ruhe ein,im gehirn.
ankunft in patras..weiter richtung kilini..wir erwischen das letzte schiff.
ankunft in zakynthos..ein komisches gefühl,irgendwie unwahr jetzt hier zu
LEBEN..
wir fahren den bekannten weg ,richtung kipseli,es ist stockfinster,erreichen
das hau von george.
hier waren wir verabredet..
natürlich dachten wir es geht weiter richtung “neues haus in tragaki”,aber
nichts da..
wir fahren die auffahrt zu george hinauf,und er und spiros stehen dort mit
einer sektflasche in der hand…
besprühen uns,und die autos und rufen HERZLICH WILLKOMMEN….
ich weiß nicht was ich sagen soll,bin überwältigt..glaube meinem freund
michael gehts genau so.
wir begrüssen uns,reden ein wenig über die fahrt und ich sage…ok,lasst uns
zum “neuen haus” fahren…..
nein,keine chance..wir müssen erst alle zusammen zum nikos rauf,was essen..
schlafen tun wir diese erste nacht in georges haus.
beim nikos ein unglaublich herzlicher empfang,als hätte die halbe insel NUR
AUF UNS gewartet……irre….
am nächsten morgen,ca 11.00 uhr………..sigar sigar……fahren wir
gemeinsam nach tragaki.
ICH bin begeistert…,petro unser vermieter schleicht unauffällig rum,um zu
schauen WAS er sich da eingehandelt hat..
wir fangen das ausladen an,lernen nebenbei unsere-damalige- englsiche
nachbarin kennen.
zwei tage später muss ich früh an den flughafen,jutta kommt…endlich…..
ich warte an der “zakynthos-airport-warte-halle”..,und höre??!!! eine
katze,gaaaanz fürchterlich maulen……….BONNY…….
ich.und wahrscheinlich auch jutta,komme mir vor wie der größte tierquäler .
bonny schreit wirklich den ganzen flughafen zusammen,ist völlig duch den
wind,sie tut mir unglaublich leid…..
gismo trägts mit fassung,schnüffelt,und ist die ruhe selbst.
alle zusammen im auto,ich freu mich einfach sie wiederzuhaben…bonny ist
apathisch,gismo untersucht alles,und jutta ist seeeeeehr müde.
ankunft von allen in tragaki..
jutta ist zu platt,um irgendwas wahrzunehmen,bonny ist eigendlich nicht mehr
da…ich hab gedacht sie überlebt das nicht,sie war schon immer sehr
ängstlich.
aber die zwei jahre zakynthos,die sie erleben durfte,waren sehr schön für
sie,wie ich glaube…
gismo checkt die umgebung,innen wie aussen…unglaublich cool…
am nächsten tag realisiert auch jutta,das wir jetzt hier “leben”.

sooo,nun sind wir also angekommen,in zante.
wir verbringen noch ein paar tage mit den freunden aus deutschland,bevor sie
sich wieder verabschieden..
auch wieder so eine komische sache..sie fahren wieder fort,wir bleiben da.
obwohl es ja eigendlich noch so ist,kommt aber kein urlaubsfeelig auf,ein
merkwürdiges gefühl,all die sachen von deutschland HIER zu haben…
jutta versucht irgendwie ordnung in das chaos zu bringen,wir stellen fest
das deutlich mehr in zwei,doch kleinere,transporter passt,als in unser
häusschen.
alle ecken sind mit irgendwas vollgestellt….
ich fange mit der arbeitssuche an,eigendlich schon ziemlich spät,im mai.
das jutta in der vardiola arbeitet ist schon geklärt,sie fängt so in etwas 2
wochen später an.
george und spiros,und eigendlich alle uterstützen uns wo es nur geht,wälzen
jobangebote in der zeitung und fahren mit mir dort hin.
durch einen anderen nikos,den ich schon länger kannte,hier aus
tragaki,wusste ich das der peugeot-mensch hier in zante jemanden sucht.
auch in den urlauben vorher waren wir des öfteren bei ihm.
im prinzip hätte er mich gern genommen,so sagte er jedenfalls jedesmal,aber
er möchte erst abwarten ob wir denn wirklich bleiben..
ja klasse,WIE denn ohne job?
ich sag ihm,wenn ich nen job hab ,bleiben wir auch..er..thasoume..
nach dem 10ten mal geb ich auf,kümmere mich um nen saison-job.
george-ihr merkt,der name taucht sehr oft auf..er hat halt wirklich viel für
uns getan,kommt mit einem angebot aus der zeitung.
eine auto vermietung in laganas.
wir fahren noch am gleichen tag hin,george,spiros und ich.
DIE BEIDEN reden und verhandeln,obwohl es doch um mich geht…ich steh
teilnahmslos dabei,keine ahnung um was es geht.
im büro sitzt eine junge dame,sie mustert mich von oben bis unten…
sie kommt mir uuuunglaublich arrogant vor,ich denke so bei mir,na das kann
ja heiter werden..
es klappt…george und spiros haben das optimum für mich rausgeholt.
sechs monate vertrag,ika inclusive….kein freier tag ,ca 70 stunden die
woche.
das ganze für satte 650 euro im monat.
so ganz ist mir noch nicht klar,was das alles bedeutet.
ich fange zwei tage später an.
bin pünktlich wie abgemacht um acht uhr morgends da,ausser dem hund sonst
niemand………
nach ca einer stunde trudelt “madame” ein,sie heisst sophia…
neckisches top,bauchfrei..nicht wirklich schlank,aber egal,und ne riesige
sonnenbrille auf der nase..
in gebrochenem englisch nähern wir uns an,versuchen zu besprechen was zu tun
ist.
sie wirkt immer noch wie von nem anderen stern.
im nachhinein haben wir uns dann aber sehr gut verstanden,schicken heute
noch gelegendlich sms,ich hab keine ahnung wo sie jetzt ist,vermutlich athen.
danach trifft mein kollege ein,ein albaner names jimmy.
spricht kein wort englisch,egal,wir zusammen in die autos und zu den hotels..
wir sind heute noch freunde,sehen uns vieleicht einmal im jahr,ein klasse
kumpel…
wir hatten ne tolle zeit in laganas,da gibts nix.
seine lieblingstour war ein auto zur fähre von kefaloniá nach skinari zu
bringen.
er immer vorher zum chef und fünf euro geholt,für bier unterwegs,ist ja
schlisslich ne lange tour.
verträge in den hotels hat er nie geschrieben,ich dachte immer es wäre wegen
der sprache…..
er konnte weder lesen noch schreiben.
mitte der saison haben sophia und ich uns dann immer abgwechselt,einer war
früh,einer abends da.
ne spannende sache,leute riefen an wegen autos,in griechisch natürlich..und
ich,keinen plan.
klassischer fall von learning by doing.
nach 5 monaten klappte alles sehr gut,ich kannte die leute,die hotels und
die vorgehensweisen bei allen dingen.
eigendlich hatten wir ne menge spass dort,wenn nicht diese arbeitszeiten
gewesen wären-mein gehalt war mittlerweile auf stolze 850 euro geklettert-würde
ich diesen job vieleicht heute noch machen.
ich hab so viel erinnerungen an dieses erste jahr,allein das würde bücher
füllen.
die saison ging zuende,am 31 oktober wurde zugesperrt.
ein kurzes tschüß.und wenn du möchtest nächtes jahr wieder im april….
ich setz mich auf´s moped und fahre richtung trasgaki,ein komisches
gefühl,für mich,für alle anderen das selbstverständlichste von der welt.
2 tage kann ich frei machen,dann kommt spiros.
ausserhalb der saison hat er ne kleine baufirma,oder arbeitet sub. für
jemanden,das weiß hier niemand so genau.
ich soll,wenn ich will am nächsten morgen in alikanas
antraben..arbeitskleidung,sonst nix..
ok,ich wieder um 8 da..allein,iss klar ne…
ein stündchen später kommt der rest,spiros und ein paar albaner.
ich muss die holzbalken von den nägeln befreien,den ganzen tag,und solang
ich dort arbeite.
eine unglaublich eintönige arbeit.
mit deutsche gründlichkeit sortiere ich die balken nach länge,dicke und
allen möglichen kriterien,um dann später gesagt zu kriegen das sie hätten am
anderen ende des rohbaus liegen müssen.
klassischer fall von kommunikationsproblemen.
ich mache das ganze ca 5 wochen,geld habe ich bis dahin keines gesehen.
weitere 3 wochen später bringt spiros mir 350 euro…aus seiner tasche
bezahlt.
der bauherr hat nicht nur mich richtig gelinkt.
ich beschliße nach deutschland zu fahren,um arbeitslosengeld in anspruch zu
nehmen.
denke mir,ich hab die letzten 20 jahre durchgehend dort gearbeitet,da kann
ich auch mal was verlangen.
ich bespreche mit dem mann das ich nur diesen ersten winter in griechenland
überbrücken will.
der mensch vom arbeitsamt offeriert mir,obwohl er weiss das wir
“ausgewandert” sind das ich dem deutschen arbeitsmarkt vier wochen zur verfügung stehen
muss..
wovon zur hölle soll ich vier wochen “urlaub” in deutschland finanzieren???
unverrichteter dinge gehts zurück nach greece.
ich bespreche die sache mit jutta,wir entschlissen es zu tun..sie allein
hier,ich vier wochen in D.
obwohl es völliger schwachsinn ist,unsere ersparnisse aufzubrauchen,nur um
dem deutschen arbeitsmarkt vier wochen zur verfügung zu stehen..
wer,bitte wer soll mich denn dort einstellen,wenn ich ihm erzähl das ich in
vier wochen wieder nach greece zu meiner jutta fahre????
es klappt,nach vier wochen bin ich zurück in zante,kann in greece das geld
in empfang nehmen,für satte drei monate..
jutta jobbt derweil in den oliven..ein noch schlimmerer job wie der meine
auf dem bau,wie ich finde..
fortsetzung???
===========
:) Fortsetzung!: ….arbeiten und leben in greece

Autor: stefan, am 2007-10-12 13:13:17

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