Mit Handy und Laptop unterwegs
Erfahrungen mit der mobilen Datenkommunikation in Griechenland Autor: Wolfgang Schmädeke (Stand 2003/2004)

Wer nur gelegentlich seine E-Mails abrufen und beantworten will, geht am besten in ein Internet-Café. Die gibt es dutzendweise in den Städten und selbst kleine Orte, in die nur gelegentlich Touristen kommen, haben meist eins. Sie werden gern von Schulkindern besucht, die dort lautstark Ballerspiele wie Counterstrike etc. austragen. Da braucht man gute Nerven, aber für 1 ... 3 Euro pro Stunde kommt man einfach und kostengünstig an seine Mails. Bei Problemen mit der griechischen Tastatur und Bedienoberfläche hilft meistens bereitwillig ein englischsprechender Grieche.
Wer dagegen seinen Laptop mit auf Reisen nehmen möchte oder muss, kann sich an dem vertrauten Erscheinungsbild freuen. Dafür kommen ein paar andere Herausforderungen auf ihn zu. Ganz wichtig scheint mir, dass man schon in Deutschland gelernt hat, mit dem eigenen Handy und Laptop ins Internet zu gehen. Sonst sieht es fern der Heimat und ohne deutschsprachige Hotlines absolut finster aus. Echt!
Ich halte das nur für sinnvoll, wenn man für Monate in Griechenland unterwegs ist, technisch versiert ist oder wenigstens die Verbissenheit eines Terriers mitbringt.

Wenn man daran gedacht hat, das Handy fürs Ausland (Roaming) freischalten zu lassen, könnte man aus Griechenland den deutschen Internet-Provider mit der Ländervorwahl 0049 anwählen und fröhlich drauflos surfen. Aus der Freude würde jedoch schnell blankes Entsetzten, wenn man die Verbindungskosten anschaut. Klar, das sind ja Auslandsgespräche!

Also muss man rein ins griechische Fernsprechnetz und einen griechischen Internet-Provider anwählen. Erfahrungsgemäß sind Pensionsbesitzer und Tavernen-Wirte sehr gastfreundliche Menschen, aber wenn sich ein Fremder stundenlang an seinem Telefon- oder Fax-Anschluss zu schaffen macht, um angeblich nur mal schnell was auszuprobieren, keimt bei ihm verständlicher Argwohn, dass er auf den Kosten sitzen bleibt. Aber soweit muss es nicht kommen, Sie haben ja Ihr bewährtes Handy.
Der Zugang zum griechischen Funknetz ist einfach: Man kauft sich ein Prepaid-Paket, das umfaßt eine SIM-Karte mit griechischer Telefonnummer und ein Gesprächsguthaben. Das Paket gibt es in den vielen Läden, die Handys anbieten: Vodafone, CosmOTE, TIM (früher TELESTET), Germanos usw. „Vodafone a la Carte“ gab es 2003 für 15 Euro, davon waren 9 Euro Einstandspreis und 6 Euro als erstes Gesprächsguthaben. Am besten lässt man sich noch im Laden die SIM-Karte ins Handy einlegen, die Sprache „Englisch“ einstellen und die Servicenummer für die Guthaben-Ansage geben. Geht das Guthaben zur Neige, kann man in jedem Kiosk Rubbelkarten zum Nachladen kaufen. Nun kann man telefonieren wie ein Grieche. Die Verbindungskosten sind ca. 30% höher als bei einem Jahresvertrag gegen Rechnung. Den bekommt man aber erst, wenn man dauerhaft in GR lebt. Mehr davon später.
Fehlt noch ein griechische Internet-Provider. Ich hatte mich 2003 für FORTHnet entschieden, die sind günstiger, weil sie im Wettbewerb mit dem ehemaligen Monopolisten OTE/CosmOTE stehen. FORTHnet hat kleine Büros in den größeren Orten, man findet die unter www.forthnet.gr. 20 Stunden Onlinezeit kosteten 10 Euro, gültig für 3 Monate. Das scheint mir fair. Die Handy-Verbindungskosten kommen hinzu. Allerdings musste ich lange probieren, bis ich Verbindung hatte. Der Grund: vom Handy wählt man 21072 80100, aus dem Festnetz 89625 88888. Und das wusste nur die Hotline.

Von Carmen kam im März 2004 ein wertvoller Tipp für den by-call Internet Provider Tellas. Zitat:
Du wählst dazu 801-500-5000 bzw. übers Handy 211-180-5000 und logst ein mit
Username: tellas
Password: free
und hast auf Deiner nächsten Rechnung die Verbindungszeit als Ortsgespräch zu zahlen. Infos: http://www.tellas.gr/site/front_end/index_tellas.jsp

Da ich etliche Monate in Griechenland bleiben wollte und ein fester Wohnsitz mit Festnetz-Zugang noch nicht absehbar war, habe ich mich um einen 12-Monats-Vertrag fürs Mobiltelefon bemüht. Dann zahlt man nicht im Voraus, sondern bekommt eine Monatsrechnung, günstigere Gesprächstarife und Zugang zu Diensten mit mehr Bandbreite wie GPRS. Mit HSCSD und GPRS hatte ich in Deutschland schon gute Erfahrungen gemacht.
Bei Vodafone wurde ich trotz Aufenthaltsgenehmigung und griechischer Steuernummer abgewiesen. Angeblich gab es faule Kunden, die ihre Handyrechnungen nicht bezahlt hatten. Und ein Fremder, der sich nichtmal durch eine Stromrechnung legitimieren kann ... oh, oh!
Hartnäckig habe ich es dann bei OTE/CosmOTE versucht und schließlich Erfolg gehabt. Für den GPRS-Dienst zahle ich 34,63 Euro/Monat, darf maximal 40 MByte up- und downloaden und erreiche rund 12 kbit/s Nutzdatenrate. Das ist im Vergleich zu Deutschland und in Zeiten von DSL und UMTS nicht berauschend schnell und überhaupt nicht billig, aber für meinen Bedarf in Griechenland war es ein guter Fortschritt.
Drei Erfahrungen konnte ich damit machen:
1.Die Erreichbarkeit übers Handy und die Stabilität vom GPRS ist in Griechenland sehr gut.
2.Es ist affig ist, mit dem Notebook am Strand zu sitzen.
3.Selbst auf meiner Terrasse ist das griechische Licht zu grell für den Display.
Autor: Kyrios_Wolf, am 2004-05-21 11:12:42

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