Mein Auto in Griechenland
Der folgende Text bezieht sich auf die Fragen, die viele Aussiedler in Bezug auf ihr Auto haben.
Er gilt nicht für unsere Schweizer Freunde, da die Schweiz sich ja nicht an unserer schönen europäischen Union beteiligen möchte....
Ich wollte mir, da ich vorwiegend in Griechenland lebe, ein Auto in Deutschland kaufen und es dort anmelden.
Nach mehreren Wochen hatte ich folgende Informationen zusammen:
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Wenn Ihr euer Auto schon länger als drei Jahre besitzt, könnt Ihr das griechische Konsulat besuchen und bekommt dort schöne Stempel in den KFZ-Brief, mit dem Ihr das Auto nach GR ausführen könnt.
Bedingung:
Nachweis, dass Ihr die letzten drei Jahre in Deutschland oder Österreich gelebt habt (vorzugsweise Steuererklärungen !)
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Wenn Euer Auto kürzer als drei Jahre in Eurem Besitz ist:
Ihr kauft in Deutschland ein Auto, wobei sowohl Ihr selbst als auch der Verkäufer persönlich zum Konsulat müssen (!). Dann bekommt Ihr Papiere.
Anschliessend besorgt Ihr euch Exportkennzeichen und fahrt los.
In Griechenland wird dann Steuer fällig (da es in der EU keine Zölle mehr geben darf, heisst der Zoll jetzt Steuer).
Wie hoch diese sind, hängt von Preis und Hubraum des Autos ab. Bei Wagen über 2000 ccm wird es grundsätzlich sehr, sehr teuer.
Ein Auto mit 2000 ccm, das ihr für 20000 DM kauft, kann gut nochmal 4-5000 DM an Steuern kosten.
Genaueres erfahrt Ihr aber erst vor Ort. Spannend, was?
Es scheint zumindest in den Konsulaten in Deutschland
keine Liste darüber zu existieren.
Ein Diesel sollte es aber nicht sein, nicht nur wegen des Hubraumes: Ihr dürft in GR mit griechischen Kennzeichen nicht mit einem Diesel in Athen fahren (ausnahme:LKW, Taxi, Bus). Wer also auf eine Insel muss, hat schonmal Pech, weil er i.d.R Pireas durchquert...
Wenn Ihr den Wagen verzollt - ääh versteuert habt, müsst Ihr erstmal zum griechischen TÜV, auch wenn der deutsche Wagen brandneu ist.

Vorsicht: Auf vielen kleineren Inseln gibt es keinen TÜV, Ihr müsst in dem Fall nach Athen!

Anschliessend fahrt Ihr dann zur Zulassungsstelle.
Eure Versicherungsprozente könnt ihr übrigens auch vergessen, wobei die versicherungen nicht so sehr teuer sind.

Fazit: Auto einführen nur, wenn es sehr klein und sehr billig ist und ihr genug zeit und Lust habt, eine Woche in griechischen Behörden herumzuhängen.

Alternative: Gebrauchtes Auto vor Ort:
Lasst es bleiben; die Preise sind astronomisch und ihr bekommt selbstverständlich keine Art von Garantie.

Alternative: Neues Auto vor Ort:
Könnt Ihr natürlich machen - billig ist auch das nicht, dafür habt Ihr keinen Behördenstress.

Mir wurde von allen Griechen - auch dem sehr sachverständigen Mann im Hamburger Konsulat, den ich für Nachfragen sehr empfehle - schwer dazu geraten, die deutschen Nummernschilder dranzulassen.
Das setzt natürlich voraus, dass man einen Wohnsitz in Deutschland behält!
Ausserdem darf das Auto offiziell nur 6 Monate im Jahr in Griechenland sein.
Der Nachweis darüber wird allerdings so gut wie nie verlangt; im Zweifel reichen Fährtickets von/nach Italien.
Also kauft man ein Fährticket für das Auto, das man dann wieder storniert.... immer noch billiger als die horrenden Einfuhrsteuern und - wer weiss - Ihr wollt/müsst ja vielleicht sowieso ab und zu mal nach Hause in den Norden.

Bewohner kleinerer Gemeinden oder Inseln sollten natürlich schon darauf achten, dass ihr Auto nicht 365 Tage im Jahr immer sichtbar ist...

Falls Ihr Fragen oder Anmerkungen dazu habt, stellt sie einfach ins Forum:
http://www.gotohellas.de/forum



Autor: Tobi, am 2001-10-08 13:06:01

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